E-Autos ziehen davon: Verbrenner verlieren in Deutschland den Anschluss
Der deutsche Automarkt wächst wieder, doch unter der Oberfläche verschieben sich die Kräfte deutlich.
Wer im Juni ein neues Auto zugelassen hat, entschied sich deutlich häufiger für einen elektrifizierten Antrieb als noch vor einem Jahr. Reine Elektroautos und Hybride bauen ihre Position weiter aus. Benziner und Diesel entwickeln sich dagegen in die entgegengesetzte Richtung.
Deutschland setzt immer auf Elektro und Hybrid
Fast jedes dritte neu zugelassene Auto fuhr im Juni ausschließlich mit Batterie. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts kamen 84.100 Elektroautos neu auf die Straße. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Zuwachs von 78,2 Prozent.
Noch größer fällt die Gruppe der elektrifizierten Fahrzeuge insgesamt aus. Reine Elektroautos und Hybridmodelle vereinten zusammen deutlich mehr als zwei Drittel aller Neuzulassungen auf sich und prägten damit den Markt stärker als klassische Antriebe.
Für Benziner setzte sich dagegen der Abwärtstrend fort. Ihr Anteil schrumpfte auf 20,5 Prozent, gleichzeitig gingen die Neuzulassungen um 16,8 Prozent zurück. Auch Diesel verloren weiter an Bedeutung. Das schlägt sich inzwischen sogar bei den Emissionen nieder: Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß neu zugelassener Fahrzeuge fiel im Juni auf 92,6 Gramm pro Kilometer.
Dass der Wandel nicht nur auf einem schwachen Gesamtmarkt beruht, zeigen die übrigen Zahlen. Insgesamt wurden im Juni knapp 296.400 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 15,7 Prozent. Vor allem private Käufer sorgten für zusätzlichen Schwung (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt).
E-Autos: Nicht jeder Hersteller profitiert
Von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos profitierten vor allem Importmarken. Tesla steigerte seine Neuzulassungen im Juni um mehr als 300 Prozent, auch BYD legte kräftig zu. Trotz dieser hohen Wachstumsraten bleiben beide Hersteller beim Marktanteil noch hinter etablierten Marken zurück.