E-Highway bei Reinfeld: Wie geht es weiter mit der Teststrecke?
Stand: 30.08.2026 11:47 Uhr
Die Zukunft des stillgelegten E-Highways auf der A1 in Schleswig-Holstein ist ungewiss. Die Behörden schieben sich die Zuständigkeit für den Rückbau der Masten gegenseitig zu. Niemand will verantwortlich sein.
von Hauke von Hallern
Knapp zwei Jahre ist es jetzt her, dass der Testbetrieb des E-Highways auf der A1 bei Reinfeld eingestellt wurde. Seitdem ist unklar, was mit den Masten und Stromleitungen entlang der Autobahn passieren soll. Das Landesverkehrsministerium sieht auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein die Federführung beim Energiewende-Ministerium des Landes. Für den Rückbau der Masten selbst sei das Bundesverkehrsministerium zuständig, heißt es von einem Sprecher.
Das Bundesverkehrsministerium verweist wiederum an das Bundesumweltministerium. Hier sieht man die Verantwortung für den Rückbau bei der Autobahn GmbH des Bundes. Die wiederum sieht sich als reinen Befehlsempfänger und verweist zurück an Land und Bund. Heißt: Keiner fühlt sich verantwortlich.
Darum wird die Technologie aktuell nicht weiter verfolgt
Fünf Jahre lang wurde der E-Highway getestet. Lastwagen konnten auf deren Dach montierte Stromabnehmer ausfahren und sich über eine Oberleitung mit Strom versorgen. Der Lastverkehr sollte so klimaschonender werden. Die Reinfelder Spedition Bode hatte fünf solcher Lkw für den Pendelverkehr zwischen den Häfen in Lübeck und Hamburg angeschafft.
Obwohl die wissenschaftliche Auswertung positiv verlief, wird die Technologie aktuell nicht weiterverfolgt. Einer der Gründe: Wichtige Kräfte der Wirtschaft - zum Beispiel Lastwagenbauer Daimler - sehen nach Unternehmensangaben verbesserte und damit leistungsfähigere Batterien als die bessere Zukunftstechnologie.
Strommasten auf Bauruine wohl nur optisches Problem
Vor dem Start des Projekts äußerten Stormarner Feuerwehrleute Sicherheitsbedenken. Die Sorge: Rettungseinsätze könnten durch die Oberleitungen erschwert werden, Hubschrauber hätten weniger Platz zum Landen.
Immerhin: Nach der Testphase sieht der Stormarner Kreisbrandmeister Olaf Klaus keine Probleme mehr. Es habe zahlreiche Einsätze gegeben, bei denen die Strommasten in der Praxis keine Schwierigkeiten gemacht hätten. Klaus sieht die Bauruine aktuell eher als optisches Problem - nicht als Sicherheitsrisiko.