DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +0,17 % 4.107,00 USD 22:59:54 Silber -1,75 % 57,79 USD 22:59:48 Brent +1,22 % 90,12 USD 20:28:19 WTI +1,29 % 84,67 USD 22:59:59 Bitcoin +0,33 % 63.020,90 USD 13:22:17 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:22 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:22 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:22 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:22

E-Mobilität: wie Günstlingswirtschaft auf dumpfer Ideologie gedeiht

Technologie

Ein fälschlicherweise Albert Einstein zugewiesenes Bonmot lautet: „Die Definition von Wahnsinn ist, stets dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.“ Ganz gleich, wem die Beobachtung tatsächlich zuzuschreiben ist – gut möglich, dass deutsche Politik gerade in der Gegenwart zwingend zu dieser Erkenntnis geführt hätte. Der Wahnsinn ist in Berlin und im von Berlin ideologisch dominierten Brüssel Programm. Beispiel gefällig? Land auf, Land ab heißt es: Mobilität muss grün sein, emissionsfrei, vollständig dekarbonisiert. Selbstverständlich ist die daraus zwingende Transformation zum Elektroauto hierzulande Staatsangelegenheit. Dem Markt vertraut niemand mehr Hierzulande denkt man etatistisch – das Fördermittel-Füllhorn ist schnell zur Hand, immer wieder aufgefüllt vom Steuerzahler, der auch für den Staatskredit gerade steht. Deutsche Fördermittelpolitik mit dem Füllhorn gleichzusetzen, wäre wohl ein Euphemismus. Allein der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für E-Autos verschlang seit 2017 über vier Milliarden Euro öffentlicher Gelder. Deutschlandnetz nennt sich diese Kapitalverbrennungsmaschine, die zudem für weitere zwei Milliarden Euro 9.000 ultraschnelle High-Power-Charging-Säulen im gesamten Bundesgebiet aufstellte. Doch damit nicht genug: Etwa 1,6 Milliarden Euro kosteten die Lkw-Schnellladesäulen entlang der Autobahnen – haben Sie schon einmal einen E-Lkw beim Laden beobachtet? Das Ergebnis dieser orgiastischen Ausgabenparty kann sich sehen lassen – zumindest auf dem Papier: Etwa 205.000 öffentliche Ladepunkte stehen mittlerweile bundesweit an allen Ecken und Enden bereit, ein Plus von 16 Prozent binnen eines einzigen Jahres. Hat hier am Ende möglicherweise die Planwirtschaft obsiegt? Immerhin, aus der Perspektive der Politik ist dies ein sichtbarer Erfolg – denn dort zählen weder Renditekriterien noch muss man sich einem Leistungsaudit unterwerfen. Man greift ganz einfach zurück auf den niemals versiegenden Steuermittelstrom der Bürger. Die Bürger bürgen für diesen ideologischen Amoklauf Denn nur in seltenen Fällen investieren private Betreiber wie EnBW, Tesla oder Ionity ergänzendes eigenes Kapital in diesen Popanz. Sie wissen ganz genau, dass es hier ein Problem gibt: Die überwiegende Mehrheit der E-Autobesitzer lädt ihre Batterien daheim auf und pfeift auf das staatliche Angebot. Um es zu quantifizieren: 80 Prozent ziehen es vor, über Nacht daheim aufzuladen – eigentlich logisch, da man nur sehr selten stundenlang am selben Ort zur Erledigung der Alltagsgeschäfte verweilt. Deutschland hat also ganz offensichtlich eine überdimensionierte Ladeinfrastruktur geschaffen – wie sie nur im Märchenland der sozialistischen Planwirtschaft entstehen kann: teuer, überdimensioniert und am tatsächlichen Bedarf vorbei. Hätte man das wissen können? Logisches Denken, ein wenig Praxisbezug und Lebenserfahrung hätten möglicherweise dazu beigetragen, diese milliardenschwere Kapitalvernichtung wenigstens abzumildern. Selbstverständlich wäre es klug gewesen, dem Markt die Koordination von Investitionen, Technologieanwendung und möglicherweise dem Schwenk zur E-Mobilität anzuvertrauen – aber dann wäre Politik geradezu arbeitslos. Ihr Allmachts- und Allwissenheitsanspruch wäre öffentlich bloßgestellt als das, was er ist: dümmliche Wissensanmaßung von Zentralplanern. Dieselbe ideologische Verblendung gegenüber Marktmechanismen zeigt sich bei der wieder aufgelegten E-Auto-Kaufprämie. Fatal, aber unvermeidlich: Auch in diesem Falle werden Steuergelder in Milliardenhöhe verbrannt, die zu allem Übel auch noch zu einem nicht unerheblichen Teil – vermutlich bis zu 25 Prozent – an die chinesische Konkurrenz abfließen. Die moralisch so trittsicheren Vertreter des linken Parteienkartells lassen eine Frage stets unbeantwortet: Weshalb sollte der Steuerzahler dem wohlhabenden Käufer eines kostspieligen E-Mobils überhaupt einen Teil des Kaufpreises finanzieren? Expansion der E-Autoflotte wäre Kollaps der Netze und Preisexplosion Ein abschließendes Wort zur Lage am E-Automarkt: Aktuell sind 25 Prozent der neu zugelassenen Pkw vollelektrisch. Ein Großteil dieser Zulassungen stammt aus Flotten- und Händlerzulassungen. Lediglich zehn Prozent der neu zugelassenen Kfz sind tatsächlich von privaten Kunden zugelassene Neuwagen. Es dominiert nach wie vor der Verbrennermotor, ergänzt um einen moderat wachsenden Hybridmarkt. Der E-Automarkt wächst hierzulande schleppend. Von Euphorie, wie sie die Politik immer wieder vorgaukelt, ist weit und breit nichts zu sehen. Ein fundamentaler Aspekt, den die Funktionäre in den Zentralplanbüros der Parteien und der zuständigen Förderinstitute bislang ausgeblendet haben, ist die Frage nach der Versorgung einer schnell wachsenden E-Auto-Flotte mit Strom. Bereits heute konkurrieren Industrie und private Haushalte um die im Zuge der grünen Transformation künstlich verknappte Stromversorgung im Land. Die Preise steigen weiter. Die Expansion der E-Autoflotte würde in diesem Moment zum Kollaps der Netze führen, die Preise durch die Decke treiben. Sicherlich: Die Bundesregierung wüsste wohl eine rasche Antwort zu geben – Energierationierung für die energieintensiven Betriebe, Klimagutscheine für die ärmeren Haushalte, und voilà: Alles ist wieder im Lot, die Party kann weitergehen. Rettung, so hat es den Anschein, soll nun aus Frankreich kommen. Dort setzt die Politik bekanntermaßen konsequent auf Atomstrom, ganz gleich wie irrlichternd der Nachbar im Osten mit seinem Stromnetz hantiert. Atomstrom – die einzig tatsächlich vernünftige und ökologisch akzeptable Energieform, die skalierbares Wirtschaften gestattet. Aber vielleicht sieht die Lösung ja auch folgendermaßen aus: In der Zukunft fahren wir ohnehin elektromobil, vollständig digitalisiert und vom weisen Steuerungsapparat jederzeit kontrollierbar und abschaltbar. Dann löst sich auch das Problem des Energiemangels von ganz allein – sie ziehen uns einfach den digitalen Schlüssel aus der digitalen Wolke. Wie wir allerdings zur Arbeit kommen sollen, um diesen völlig verknoteten ideologischen Wahnsinn zu finanzieren, ist nicht ganz klar. Aber keine Sorge: Im Zentralplan findet sich gewiss auch dafür noch eine Lösung.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren