DAX +0,74 % 26.319,45 Pkt 18:00:00 MDAX -0,06 % 32.407,20 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,33 % 6.523,86 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,57 % 54.036,93 Pkt 22:50:36 S&P 500 +0,44 % 7.757,64 Pkt 22:50:24 Nasdaq +1,24 % 26.690,62 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,12 % 65.606,71 Pkt 08:45:02 Gold +1,36 % 4.399,70 USD 22:59:55 Silber +0,26 % 63,50 USD 22:59:56 Brent 0,00 % 83,55 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 78,18 USD 22:59:59 Bitcoin +0,04 % 64.931,86 USD 13:12:32 EUR/USD +0,04 % 1,15620 USD 23:29:57 EUR/GBP -0,15 % 0,85670 GBP 23:29:57 EUR/CHF +0,13 % 0,93350 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,13 % 182,378 JPY 23:29:57

Eastern Shield: Bayerische Pioniere bauen Panzersperren in Polen

Welt

Deutschland unterstützt die polnischen Baumaßnahmen im Rahmen einer Bundeswehrmission. Insgesamt sind rund 40 Soldatinnen und Soldaten vor Ort. Die meisten der Pionierkräfte sind laut Bundeswehrangaben Angehörige des Panzerpionierbataillons 4 aus Bogen in Niederbayern. Sie unterstützen polnische Truppen beim Bau von Sperranlagen. "Eastern Shield", also "östlicher Schutzschild" oder "Ostschild" nennt sich die Mission. Großprojekt zur Grenzsicherung Der Name der deutschen Mission ähnelt dabei dem des aktuellen polnischen Großprojekts zur Grenzsicherung: Das Land ist dabei, an seinen Grenzen zu Belarus und der russischen Exklave Kaliningrad Vorbereitungen für den Fall eines Angriffs zu treffen. Mit Panzersperren, Gräben, Bunkern und verschiedenen Überwachungssystemen soll eine etwaige Invasion verzögert werden. Laut Angaben der polnischen Streitkräfte soll ein "umfassendes Verteidigungsinfrastruktursystem" entstehen. Die konkrete Ausgestaltung der Bauwerke werde sich von Ort zu Ort unterscheiden: "Wo möglich, werden bestehende natürliche Geländehindernisse genutzt und verstärkt, darunter Wälder, Sümpfe, Flüsse und Böschungen", erklärt die Armee. Neben Sperranlagen sollen auch Depots sowie ein System zur Drohnenabwehr aufgebaut werden. Dass so etwas an den Grenzen des Bündnisgebietes dringend nötig wäre, zeigt in den Augen von Beobachtern eine Reihe von Vorfällen – zuletzt etwa in Rumänien: Dort wurden im Juli Drohnen, die in den Luftraum eingedrungen waren, durch Kampfjets abgeschossen. Dieses Vorgehen gilt wegen der hohen Kosten als unverhältnismäßig. In Polen stürzte Ende Juli ein russischer Marschflugkörper ab. Im vergangenen Jahr schossen die Streitkräfte des Landes mehrere Drohnen im polnischen Luftraum ab. "Ostschild" soll Abschreckung dienen Der Nato sollen die polnischen Sperranlagen künftig mehr Zeit für eine Reaktion auf einen Angriff geben. Nach polnischen Angaben dienen die Maßnahmen der Abschreckung Russlands und damit der langfristigen Friedenssicherung. Insgesamt will das Land mehr als 700 Kilometer Grenzen sichern. Der Osteuropa-Experte Shaheen Gaszewski bezeichnet das Projekt "Ostschild" in einer Analyse der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung als das "größte Verteidigungs-Infrastrukturprojekt an der Nato-Ostflanke seit Bestehen des Bündnisses". Es ist eng mit den Plänen der baltischen Staaten und der Nato verknüpft. Mit den Arbeiten am "Ostschild" wurde laut offiziellen Angaben im Oktober 2024 begonnen. 2028 sollen sie abgeschlossen sein. Die Kosten werden auf über zwei Milliarden Euro beziffert. Polnische Unternehmen sollen von dem Projekt profitieren. Ein Teil der neuen Infrastruktur, etwa Straßen und Brücken, wird laut polnischem Militär so ausgelegt sein, "dass sie den Bedürfnissen der Bewohner in Friedenszeiten dient". Mission mit symbolischem Charakter? Die deutsche Unterstützung beim Bau ist nach derzeitigem Stand bis Oktober geplant. Sie dürfte angesichts der deutsch-polnischen Geschichte einen starken symbolischen Charakter haben, schließlich markierte der deutsche Überfall auf Polen im Jahr 1939 den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Neues deutsch-polnisches Verteidigungsabkommen Heute unternimmt Polen genau wie Deutschland große Anstrengungen, um verteidigungsfähiger zu werden. Milliarden fließen in die polnischen Streitkräfte. Unabhängig davon waren deutsche Soldaten in den letzten Jahren wiederholt im Land präsent, etwa um den polnischen Luftraum mit Kampfjets oder mit Flugabwehrsystemen zu schützen. Auch die Bogener Pioniere waren bereits vor Ort. Sie halfen nach der Hochwasserkatastrophe im Jahr 2024. Mitte Juni haben Deutschland und Polen zudem ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Es ergänzt die Nato- und EU-Verträge sowie ein bestehendes Rahmenabkommen aus dem Jahr 2011. Laut dem Vertragstext ist es unter anderem vorgesehen, Truppenverlegungen zu erleichtern. Großmanöver im Herbst steht bevor Spürbar könnte dies laut Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bereits im Herbst werden. Dann sollen rund 1.200 deutsche Soldaten mit mehr als 250 Fahrzeugen über Polen nach Litauen verlegen. Auch Truppen aus Bayern werden an der Übung "Grand Eagle 2026" beteiligt sein. Deutschland und Polen wollen sich zudem enger abstimmen und ihre militärische Zusammenarbeit vertiefen. Pistorius sagte bei der Unterzeichnung in Warschau, das neue Abkommen schlage "ein weiteres Kapitel in der Geschichte unserer engen Freundschaft" auf. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) und sein polnischer Amtskollege Radoslaw Sikorski verwiesen im gleichen Zusammenhang in Berlin auf die Gefahr, die von Russland ausgehe. "Wir stehen zusammen, unmissverständlich – komme, was da wolle", machte Wadephul klar.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren