Easyjet einigt sich mit Finanzinvestor Apollo auf Übernahme
Mit seinem Angebot sticht Apollo den US-Investor Castlelake aus, der 6,90 Pfund je Aktie für Easyjet geboten hatte. Erst am Sonntag hatte Easyjet mitgeteilt, eine Grundsatzvereinbarung mit Castlelake geschlossen zu haben, die die Fluggesellschaft mit bis zu 5,5 Milliarden Pfund (ungerechnet 6,4 Milliarden Euro) bewerte. Aktienkurs steigt um 70 Prozent Lange hatte sich Easyjet geziert, sich überhaupt übernehmen zu lassen. Einen der ersten Vorstöße von Castlelake nannte die Fluggesellschaft noch »höchst opportunistisch«, man wolle möglichst gute Konditionen für die eigenen Aktionäre haben. Irgendwann gab Easyjet den Widerstand auf – und kann nun auswählen. Das Apollo-Gebot sei überlegen und man würde es voraussichtlich auch offiziell empfehlen, heißt es. »Apollo glaubt an die bestehende Strategie von Easyjet, das Geschäftsmodell der Billigfluggesellschaft weiterzuentwickeln und zu stärken«, betonte Apollo. Nach britischem Übernahmerecht muss Apollo nun bis zum 7. August ein verbindliches Angebot vorlegen. Laut Easyjet besteht keine Garantie, dass es tatsächlich dazu kommt. Zumindest an der Börse schlagen sich die Nachrichten zu einer Übernahme positiv nieder. Die Easyjet-Aktie hat seit Mitte Mai rund 70 Prozent auf zuletzt 588 Pence zugelegt. Grenzüberschreitende Übernahmen im Airline-Sektor sind wegen rechtlicher Hürden schwierig. Start-, Lande- und Überflugrechte sind in der Regel daran gebunden, aus welchen Ländern die Eigentümer der Fluggesellschaft stammen und wer die Kontrolle über das Unternehmen ausübt. Innerhalb der EU und seit dem Brexit auch innerhalb der EU und Großbritanniens sind die Regeln zwar lockerer. Doch bei einer Übernahme durch einen US-Investor könnte Easyjet wichtige Rechte für den Betrieb innerhalb der EU verlieren. Easyjet wurde 1995 von dem britisch-zypriotischen Unternehmer Stelios Haji-Ioannou gegründet, der mit seiner Familie noch rund 15 Prozent der Anteile hält. Die Branche kämpft weltweit mit hohen Treibstoffkosten und Margendruck infolge des Irankonflikts. Easyjet steht zudem in hartem Wettbewerb mit dem Rivalen Ryanair, gilt aber wegen seiner wertvollen Start- und Landerechte an Flughäfen wie London-Gatwick, Paris und Genf schon länger als Übernahmeziel.