Ebnoutalib erlöst Eintracht Frankfurt - Köln nähert sich Negativrekord
Younes Ebnoutalib hat die lange Heimflaute von Eintracht Frankfurt beendet und den Hessen den ersten Heimsieg seit über sieben Monaten beschert. Das Siegtor in der 77. Minute sorgte für ein verdientes 1:0 (0:0) der Eintracht gegen den 1. FC Köln zum Auftakt des sechsten Bundesliga-Spieltags. Köln bleibt dagegen im 16. Bundesliga-Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg und nähert sich dem eigenen Negativrekord: 17-mal war der FC in der kompletten Saison 2003/04 auf fremdem Platz ohne Dreier geblieben (zur Statistik). Der letzte Auswärtssieg der Geißböcke gelang vor gut einem Jahr im Oktober 2025 beim 1:0 in Hoffenheim.
Vor 59.600 Zuschauern vollendete der 23 Jahre alte Ebnoutalib auf sehenswerte Vorlage von Noel Aseko. Dem Team von Trainer Adi Hütter gelang damit sechs Tage nach dem peinlichen 0:6 bei RB Leipzig eine schnelle Wiedergutmachung.
Die Gäste von Trainer René Wagner hatten spätestens ab der Halbzeit auf einen Punktgewinn gespielt, verpassten nach dem 2:1-Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach aber den nächsten Achtungserfolg.
Fokus auf Koch – Atubolu zeichnet sich aus
Jubilar Noah Atubolu im Frankfurter Tor, der sein 100. Bundesliga-Spiel absolvierte, war bereits nach 40 Sekunden gefordert und entschärfte einen Schuss von Kölns Stürmer Marius Bülter. Beim Sechs-Gegentore-Debakel in Leipzig waren die Hessen vor einer Woche bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt in Rückstand geraten.
Besonders im Fokus stand Kapitän Robin Koch, den Hütter in Leipzig nach einer Halbzeit ausgewechselt hatte. „Er ist 30 Jahre alt, er hat schon viele Spiele absolviert, ist hier ein Schlüsselspieler, Kapitän - deswegen kann man auch von einem Kapitän ein bisschen mehr verlangen“, sagte der Österreicher vor Anpfiff bei „Sky“. Dass Koch sein Kapitän bleibe, hatte Hütter in dieser Woche bereits klargemacht.
Erstmals zu sehen war der schwer kritisierte Abwehrchef nach zwölf Minuten, als ihm Nationalspieler Said El Mala entwischte und Koch sich nur mit einem Foul zu helfen wusste. Koch hatte Glück, dass es Schiedsrichter Benjamin Brand bei dieser Situation bei einer Ermahnung beließ. Nach dem frühen Schreckmoment war sonst aber eher die Eintracht tonangebend. Stürmer Ebnoutalib (3.) und Farès Chaïbi (9.) vergaben im Strafraum die ersten Möglichkeiten für die Hessen.
Während die Gastgeber oft zu ungenau abschlossen, scheiterten die Kölner immer wieder an Torhüter Atubolu. Der 24-Jährige, der im Sommer vom SC Freiburg an den Main kam, zeigte starke Strafraumbeherrschung und vereitelte eine weitere Chance von Stürmer Bülter nach einer guten halben Stunde. In der letzten Szene vor dem Pausenpfiff schoss El Mala nach sehenswertem Solo klar am Tor vorbei.
Kölns El Mala vergibt nach starkem Solo
Zwar bemüht, aber relativ unsichtbar war Ex-Weltmeister Mario Götze, der im Zentrum den Vorzug vor dem zuletzt schwachen Aseko erhielt. „Mit Mario haben wir einen Spieler, der sehr erfahren ist und uns in dieser Situation auch guttut“, sagte Hütter. Überraschend verzichtete hatte der Österreicher in seiner Startelf auf den torgefährlichen Can Uzun.
Nach der Pause kam Frankfurts Ebnoutalib aus kurzer Distanz zum Kopfball, doch die Flanke von Außenbahnspieler Keita Kosugi kam einen Tick zu hoch. Kurz danach blockte Joel Schmied den nächsten Abschluss von Ebnoutalib, der zu Jahresbeginn von der SV Elversberg kam und inzwischen Nationalspieler unter Bundestrainer Jürgen Klopp ist.
Als Innenverteidiger Lilian Brassier und Chaibi jeweils per Kopf am starken Kölner Torwart Marvin Schwäbe scheiterten, war Frankfurts Führung eigentlich überfällig. Doch Köln wahrte auch gegen anrennende Gastgeber die Stabilität und wollte unbedingt den einen Punkt. Doch dann gelang Aseko ein kleiner Geniestreich, den Stürmer Ebnoutalib mit dem Siegtor vollendete.