Ebola-Impfdosen in der DR Kongo eingetroffen
Das tödliche Ebola-Virus wütet weiter in der Demokratischen Republik Kongo. Ein erster Lichtblick: Die WHO hat tausende Dosen eines Impfstoffs geschickt. Aber es gibt einen Haken.
Im Kampf gegen die folgenschwere Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat das zentralafrikanische Land die ersten 16.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo erhalten. Die Lieferung traf laut dem Bericht eines AFP-Korrespondenten in der Nacht zum Samstag auf dem Flughafen von Kinshasa ein. Insgesamt soll das Land 70.000 Impfdosen erhalten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Lieferung am Donnerstag angekündigt und erklärt, dass der Impfstoff für den begrenzten Einsatz bei Gefährdeten sowie Tests vorgesehen sei. Bislang ist nur für den Zaire-Stamm des Ebola-Virus nachgewiesen, dass Ervebo sicher und wirksam ist – nicht aber für die derzeit im Kongo grassierende Bundibugyo-Variante des Virus.
Ebola-Impfdosen vor allem für medizinisches Personal
Zur Verfügung gestellt wurde der Impfstoff von der Internationalen Koordinierungsgruppe für Impfstoff-Versorgung der WHO: 20.000 Impfdosen sollen für eine dritte Testphase zur Wirksamkeit von Ervebo gegen die Bundibugyo-Variante genutzt werden und 50.000 für medizinisches Personal, das an vorderster Front gegen die Epidemie kämpft.
Der Ebola-Ausbruch im Kongo war am 15. Mai offiziell festgestellt worden, wahrscheinlich hatte sich das Virus damals aber schon wochenlang verbreitet. Die Epidemie betrifft mehrere Provinzen im Norden und Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo die medizinische Versorgung nach jahrelangen bewaffneten Konflikten stark eingeschränkt ist. Am Freitag hatte die UNO erklärt, dass bereits mehr als 2.500 Menschen in dem zentralafrikanischen Land an Ebola gestorben sind.
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen. Die Infektion kann Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall bis hin zu inneren Blutungen und Organversagen verursachen. In den vergangenen 50 Jahren starben in Afrika mehr als 15.000 Menschen an der Krankheit.
160 Infektionen bei medizinischem Personal
Bislang hat es bei dem Ebola-Ausbruch rund 160 Infektionen bei medizinischem Personal gegeben. 43 Menschen davon sind gestorben. Das berichtet Julien Harneis, der Ebola-Koordinator der Vereinten Nationen in Bunia, der Hauptstadt der am stärksten betroffenen Provinz Ituri.
Insgesamt sind nach Angaben der Behörden seit Bekanntwerden des Ausbruchs im Mai 5.290 Infektionen registriert worden. Die lebensgefährliche Krankheit breite sich nach wie vor weiter aus, sagte Harneis. Es sei viel mehr Geld nötig, um die Kapazitäten zur Bekämpfung zu erhöhen.
Dadurch, dass der Flughafen in Bunia für den kommerziellen Verkehr gesperrt ist, gebe es bei den Banken eine Liquiditätskrise, sagte Harneis. Es sei deshalb schwierig, die Menschen zu bezahlen, die unter anderem für die Betreuung der Kontakte von Infizierten nötig sind. Das führe zu erheblichem Unmut. Angesichts der prekären Sicherheitslage sei es aber auch nicht möglich, große Bargeldbeträge aus der Hauptstadt mit Autos nach Bunia zu bringen.
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Nach Angaben von Harneis wurden im Kongo in den vergangenen sechs Monaten 266 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und -mitarbeiter registriert. Die Menschen seien nach Jahren des Lebens in einer Unruheregion mit Kämpfen und Vertreibungen und angesichts der unheimlichen Krankheit verängstigt und desillusioniert, deshalb könne sich der Frust manchmal auch gegen Krankenwagen oder Gesundheitspersonal richten. (afp/dpa/bearbeitet von the)