Ebolaausbruch: Anwohner setzen Ebolabehandlungszentrum in DR Kongo in Brand
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben Anwohner und Anwohnerinnen ein Ebolabehandlungszentrum in Brand gesetzt. Bei den Ausschreitungen wurde ein Polizist getötet, zwei weitere Personen wurden verletzt. Mehrere Ebolapatienten und Menschen, die mit Symptomen unter Verdacht einer Infektion mit dem lebensbedrohlichen Virus standen, seien aus dem Behandlungszentrum im Dorf Bafwabango in der Provinz Ituri geflohen, sagte der leitende Arzt des zuständigen Gesundheitsbezirks, Joseph Pemamakuwe, der Nachrichtenagentur dpa. Eine Gruppe junger Menschen habe die sichere Bestattung eines mutmaßlichen Ebolaopfers verhindern wollen, obwohl die Familie bereits ihre Zustimmung gegeben habe, sagte der Mediziner. »Alles wurde niedergebrannt. Der Betrieb wurde noch nicht wieder aufgenommen, da das Personal weiterhin um seine Sicherheit fürchtet«, fügte er hinzu. Rund 400 Ebolatote nachgewiesen Das Ebolavirus breitet sich weiterhin im Osten Kongos aus, Hilfsmaßnahmen werden teils durch das Misstrauen der Bevölkerung behindert. Immer wieder greifen Menschen Helfer an. Traditionelle Bestattungen sind ein großes Ansteckungsrisiko. Bei dem Ausbruch sind seit April jüngsten Behördenangaben zufolge mindestens 399 Menschen gestorben. 1.333 Fälle wurden im Labor bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation geht von einer hohen Dunkelziffer aus, da der Ausbruch wochenlang unerkannt blieb. Im benachbarten Uganda wurden 20 Fälle nachgewiesen. Rebellen verbieten gemeinsames Fußballschauen Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Nordosten von Kongo. Die Behörden kündigten dort neue Maßnahmen an, darunter die Begrenzung öffentlicher Versammlungen auf weniger als 50 Personen in geschlossenen Räumen. In der von Rebellen kontrollierten benachbarten Provinz Nord-Kivu verboten die De-facto-Behörden alle Versammlungen zum gemeinsamen Schauen der Fußballspiele der kongolesischen Nationalelf bei der WM.