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Ecosia setzt auf China-KI: Atomstrom aus Frankreich nicht grün genug

Technologie

Berlin – Die Weddinger Suchmaschine Ecosia hat bisher mit einer Künstlichen Intelligenz aus Frankreich gearbeitet. Jetzt will die umweltfreundlichere Google-Alternative umsteigen – auf China-KI! Der Grund: In Frankreich gebe es zu viel Kernkraft. Das passe dem Berliner Unternehmen nicht ins Nachhaltigkeitskonzept.

Bisher hat das Unternehmen großen Wert auf Unabhängigkeit von außereuropäischer Technologie gelegt. Doch der Ärger von Ecosia-Gründer Christian Kroll (42) über den hohen Atomstrom-Anteil in Frankreich wiegt offenbar schwerer. Das beiße sich mit den eigenen Öko-Zielen, sagte er „ Politico “ zufolge auf einer Pressekonferenz.

Stattdessen setzt er jetzt über die Plattform Melious auf frei zugängliche Modelle aus China – darunter Systeme wie Qwen und Kimi. Doch hinter dem Rauswurf des französischen KI -Aushängeschilds Mistral steckt noch mehr.

Chinesische Modelle sind günstiger

Nach Ansicht von Kroll hinkten Mistral-Modelle der Konkurrenz um ein ganzes Jahr hinterher. Immer wieder bremsten überlastete Server die Berliner Suchmaschine aus – Ecosia sei schlicht zu groß für die Infrastruktur der Partner.

Sogar an der europäischen Souveränität von Mistral zweifelt Kroll, weil die Firma Milliarden von Investoren aus den USA und Asien (wie Nvidia und Samsung) kassiert habe. Der Umstieg spare Ecosia jetzt zudem richtig Geld: Die Betriebskosten hätten sich etwa halbieren lassen, gleichzeitig habe sich die Leistung verbessert.

Experten warnen vor Peking-Zensur

Deutsche staatliche Institutionen wie das Umweltministerium haben bisher auch auf Ecosia vertraut. Doch der Deal bringt neue Probleme mit sich. US-Stellen und westliche Forscher schlagen wegen möglicher Zensur und Staatspropaganda Alarm. Studien belegen: Führende China-KIs übernehmen oft unkorrigiert Falschinformationen im Sinne der Pekinger Regierung.

Kroll gibt sich gelassen und betont, dass man geopolitische Verzerrungen technisch herausfiltern könne. Doch Fachleute warnen: Während sich offensichtliche Zensur oft leicht erkennen und entschärfen lässt, sitzen politische Vorprägungen tief in den Trainingsdaten und sind deutlich schwerer zu korrigieren.

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