Ed Sheeran: Vorgruppen verlassen Tour von Ed Sheeran nach Rauswurf von Macklemore
Nach der Streichung von Macklemore aus dem Vorprogramm der Tour von Ed Sheeran haben sich die verbliebenen Acts ebenfalls zurückgezogen. Das teilten die Musiker Aaron Rowe, Beoga, Lukas Graham und Finneas in sozialen Medien mit. Sie handelten aus Solidarität mit dem Rapper, der wegen propalästinensischer Äußerungen von der Tournee ausgeschlossen worden war.
Stunden zuvor hatte der britische Popsänger die Verantwortung für den Ausschluss des Rappers von seiner US-Tournee von sich gewiesen. Die Veranstaltergruppe Messina Touring Group habe die Entscheidung getroffen, Macklemore wegen dessen Äußerungen auszuschließen, schrieb Sheeran auf Instagram. Die Vertreter geplanter Auftrittsorte hätten gedroht, weitere Konzerte abzusagen, falls Macklemore Teil des Programms bleibe.
Macklemore war Anfang September vor zwei Konzerten Sheerans im MetLife Stadium bei New York aufgetreten. Bei einem Auftritt am 4. September rief er unter anderem »Free Palestine« und sagte, die Menschen in Gaza und im besetzten Westjordanland sollten wissen, dass sie nicht vergessen seien. Unter anderem die Sängerin Pink störte sich an den Aussagen und löste mit ihrer Kritik eine Debatte aus. Am Montag teilte Macklemore mit, Ed Sheeran und dessen Team hätten ihn als Vorband von der weiteren Tournee ausgeschlossen.
Er sei über den »Konflikt zwischen Israel und Palästina« entsetzt, teilte Sheeran mit. »Das Leid und der Schmerz auf beiden Seiten« seien eine »menschliche Tragödie«, schrieb er. Dass er öffentlich nicht Stellung beziehe, heiße nicht, dass es ihm egal sei. Er wolle seine Auftritte jedoch als Ort der Sicherheit und Zuflucht für sein Publikum gestalten. Zugleich respektiere er Macklemores Entschlossenheit, für seine Überzeugungen einzutreten.
Macklemore hätte bei acht der zehn noch ausstehenden Konzerte der US-Stadiontour auftreten sollen. Rowe war als Ersatzact vorgesehen. Beoga fungierte als Tourband Sheerans. Finneas, der Bruder von Billie Eilish, sollte Sheeran später im Jahr auf dessen Südamerika-Tour begleiten.
Rowe und Beoga verwiesen auf Irlands Geschichte. »Wir sind Iren, die Kolonialismus verstehen«, schrieb Beoga. Als Gründungsmitglieder der Bewegung »Irish Artists for Palestine« fühlten sie sich dem Einsatz für Gerechtigkeit verpflichtet. Rowe schrieb, als Iren wüssten sie über Genozid, erzwungene Hungersnot und gewaltsame Besatzung Bescheid. Finneas schrieb, Künstler dürften nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie sich für unterdrückte Menschen einsetzten.
Lukas Graham dankte Sheeran und nannte den Rückzug eine »schwierige Entscheidung«. »Geld gibt einem nicht das Recht, die Debatte zu bestimmen«, schrieb die Band. Das zielte offenbar auf die Rolle des Milliardärs Robert Kraft, mit dem Sheeran nach eigenen Angaben gesprochen hatte. Krafts Unternehmensgruppe besitzt das Gillette Stadium, in dem am 26. September ein Konzert der Tour stattfinden soll.