Edeka bei Übernahme zu mächtig: Supermarktfilialen drohen vom deutschen Markt zu verschwinden
Von: Luca Wolkstein Die geplante Tegut-Übernahme gerät ins Stocken: Das Bundeskartellamt will den Deal mit Edeka in der jetzigen Form nicht genehmigen. Grund sind Wettbewerbsbedenken in mehreren Regionen Deutschlands. Unabhängig und kostenlos dank Ihres Klicks Die mit einem Symbol gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Erfolgt darüber ein Einkauf, erhalten wir eine Provision ohne Mehrkosten für Sie. Die redaktionelle Auswahl und Bewertung der Produkte bleibt davon unbeeinflusst. Ihr Klick hilft bei der Finanzierung unseres kostenfreien Angebots. Die geplante Übernahme von 202 Tegut-Filialen durch Edeka steht auf der Kippe. „Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen“ will das Bundeskartellamt den Verkauf nicht freigeben, berichtet die „Lebensmittelzeitung“. Die Hüter des Wettbewerbs sehen vor allem in mehreren regionalen Märkten die Gefahr, dass Edeka seine Marktstellung zu stark ausbauen würde. Gefahr der Marktherrschaft: Edeka darf 37 Tegut-Filialen nicht übernehmen Nach Angaben der Behörde wären 37 regionale Absatzmärkte mit insgesamt 38 Tegut-Filialen betroffen. An neun Standorten würde Edeka nach der Übernahme auf einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent kommen: ein Wert, der laut „Lebensmittelzeitung“ als marktbeherrschend gilt. Noch ist das Verfahren jedoch nicht abgeschlossen. Edeka hat dem Kartellamt bereits vorgeschlagen, vorerst auf neun Filialen zu verzichten. Dieser Kompromiss soll nun geprüft werden, was die Entscheidungsfrist bis zum 23. September verlängert. Keine Einwände hat das Bundeskartellamt dagegen gegen die Übernahme von 41 Teo-Märkten, der Tegut-Zentrale, des Logistikzentrums und der Bäckerei Herzberger. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte Edeka die Entscheidung vor dem Oberlandesgericht außerdem anfechten. 3 Fakten zu Tegut Aus dem Nichts zum Supermarkt: Theo Gutberlet rief das Unternehmen 1947 in Fulda ins Leben. Mangels Kapitals startete er mit nur zwei kleinen Läden – finanziert unter anderem durch den Verkauf selbstgenähter Hemden aus alter Fallschirmseide. Vorreiter beim Öko-Trend: Unter der Leitung von Wolfgang Gutberlet etablierte sich die Kette früh als Bio-Pionier. Ökologische Produkte machten zeitweise über ein Viertel bis fast ein Drittel des Gesamtumsatzes aus: ein unerreicht hoher Wert im klassischen Supermarkt-Segment. Abschied der Gründerfamilie: Als die Migros-Gruppe im März 2026 ihren Rückzug verkündete, war die Ära Gutberlet bereits Geschichte. Enkel und Ex-Chef Thomas Gutberlet hatte Tegut schon Ende 2024 den Rücken gekehrt, um beim Mini-Markt-Anbieter Tante Enso einzusteigen. ANZEIGE ANZEIGE Änderung beim Edeka-Sortiment: Neue Marken kommen, alte verschwinden Seit April ist auch klar, dass sich Kunden von Edeka auf ein neues Bild im Supermarkt einstellen müssen. Denn die Handelskette hat eine neue Eigenmarke namens „Edeka Regional“ gestartet, um Produkte von heimischen Erzeugern deutlich prominenter in den Fokus zu rücken. Im Zuge dieser Sortimentsumstellung verschwinden bisherige Markennamen wie „Edeka Heimatliebe“ oder „Mein Land“ schrittweise aus den Regalen. Das neue Label ging bereits im Frühjahr an den Start und zieht sich künftig durch fast alle Abteilungen. Edeka-Chef Markus Mosa betont die Bedeutung des Schritts: „Mit 'Edeka Regional' schaffen wir eine Marke, die nicht nur Orientierung bietet, sondern aktive Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe leistet, indem regionale Produkte im Regal noch strammer ins Bewusstsein rücken.“