Edeka darf wohl weniger Tegut-Märkte übernehmen als geplant
Fuldaer Zeitung Fulda Kartellamt hat Einwände: Edeka darf wohl nicht so viele Tegut-Filialen übernehmen wie geplant Von: Sabine Kohl Uns auf Google folgen Edeka darf wohl nicht so viele Tegut-Standorte übernehmen, wie der Lebensmittelhändler gerne möchte. Das soll das Bundeskartellamt entschieden haben. Bonn/Fulda – Der geplante Verkauf von rund 200 Tegut-Supermärkten an Edeka droht zu schrumpfen: Nach vorläufiger Einschätzung des Bundeskartellamts könnte der größte deutsche Lebensmittelhändler nicht so viele Filialen übernehmen wie zunächst vorgesehen. Edeka darf wohl weniger Tegut-Märkte übernehmen als geplant Im März hatte die Schweizer Migros-Gruppe angekündigt, die Supermarktkette Tegut verkaufen und die Marke ganz aufgeben zu wollen. Edeka will nach diesen Plänen den Großteil des Filialnetzes übernehmen. Das Geschäft steht jedoch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Wie ein Sprecher der Behörde auf Nachfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) mitteilte, hat das Amt bei 38 der rund 200 vorgesehenen Standorte Wettbewerbsbedenken: In den betroffenen Regionen würde Edeka demnach eine zu starke Marktstellung erlangen. „Die Übernahme könne deshalb nicht in der geplanten Form genehmigt werden“, heißt es laut Angaben des Sprechers. Edeka wurde diese Einschätzung demnach in einem vorläufigen Entscheidungsentwurf mitgeteilt, zuvor hatte die „Lebensmittel Zeitung“ darüber berichtet. Der Konzern erklärte dazu lediglich: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns nicht äußern können, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.“ Nach dpa-Informationen bietet Edeka inzwischen an, auf den Kauf von neun der 38 umstrittenen Standorte zu verzichten. Das Bundeskartellamt verlängerte daraufhin die Frist für das Hauptprüfverfahren um einen Monat bis zum 23. September. 1100 Arbeitsplätze gefährdet, wenn Tegut-Übernahme scheitert Sollten alle 38 Märkte endgültig aus dem Übernahmepaket herausfallen, wären laut Unternehmenskreisen rund 1100 Arbeitsplätze gefährdet. Die meisten der betroffenen Filialen liegen in Hessen und Bayern. Zum anvisierten Paket von Edeka gehören neben den klassischen Supermärkten auch das Tegut-Logistikzentrum, die Bäckerei Herzberger sowie rund 40 personallose „Teo“-Minimärkte. Auch andere Handelsketten wollen sich Teile des Tegut-Netzes sichern. Die Rewe-Gruppe strebt laut Berichten die Übernahme von bis zu 40 Filialen an, das entsprechende Prüfverfahren läuft noch. Die Smart-Store-Kette Tante Enso erhielt bereits im Juni die Freigabe des Kartellamts für den Kauf von 36 Supermärkten. Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Schweizer Migros-Gruppe. Die Kette ist derzeit in sechs Bundesländern vertreten, der Schwerpunkt ihres Filialnetzes liegt in Hessen. (mit dpa-Material)