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Ehemalige Trump-Freunde verbünden sich gegen ihn - wie Greene und Carlson dem US-Präsidenten bei den Wahlen schaden könnten

Welt

Donald Trump hat sich in den vergangenen Monaten viele Feinde in den eigenen Reihen gemacht. Einige von ihnen verbünden sich nun in einer neuen Bewegung gegen den US-Präsidenten. Lange Zeit schien Donald Trump, egal was er tat oder nicht tat, bei seinen Anhänger:innen und Verbündeten einen Stein im Brett zu haben. Doch im Sommer 2025 begann diese stabile Loyalität erste Risse zu bekommen, als Trump sich immer vehementer gegen eine Veröffentlichung der Epstein-Files wehrte – und sich infolgedessen immer mehr Republikaner, darunter langjährige Wegbegleiter:innen Trumps, gegen ihn positionierten. Seit Trump dann auch noch unter fadenscheinigen Gründen einen Krieg gegen den Iran anzettelte und diesen seit Februar nahezu ergebnis- und orientierungslos weiterführen lässt, hat sich ein beispielloser Entfremdungsprozess im Maga-Lager in Gang gesetzt. Als Zwischenergebnis hat sich nun eine Anti-Trump-Bewegung formiert. Gegen Trump: Carlson, Greene, Massie und Co. gründen Bewegung Die Initialzündung soll dem Anschein nach von einem Treffen mehrerer bekannter Republikaner und Maga-Anhänger:innen am ersten August-Wochenende 2026 ausgehen, wie Aufnahmen und Posts des Meetings nahelegen. Bei Kerzenschein in Carlsons Holzhütte in Maine – Gewehre an den Wänden, Hirschgeweih-Kronleuchter an der Decke, Kekse auf dem Tisch – trafen sich unter anderem der ehemalige Fox-News-Moderator Tucker Carlson, die ehemalige Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene (beide waren einst Vertraute Trumps) sowie Kongressabgeordneter Thomas Massie und Trumps ehemaliger Antiterror-Chef Joe Kent. Sie machten kein Geheimnis daraus, dass sie eine Initiative gegen Trump, womöglich eine neue Partei, planen. So postete Greene ein Foto der Zusammenkunft am 1. August mit den Worten: Was die vier verbindet: Alle haben sich entweder über die Epstein-Files oder Trumps Iran-Krieg mit dem US-Präsidenten überworfen. Greene trat im Januar aus dem Kongress aus, Massie verlor die Vorwahl zu den Midterms im November gegen einen Trump-Kandidaten und wird daher bald nicht mehr für die Republikaner im Kongress sitzen. Kent kündigte im März seinen Regierungsposten, weil er mit dem US-Angriff auf den Iran nicht einverstanden war. Carlson brach wiederum wegen des Iran-Kriegs mit den Republikanern. Er kündigte im Juli an, eine dritte Partei neben den Republikanern und Demokraten zu gründen, woraufhin Greene wiederum laut dem "Independent" von einer Gruppe um sich und Carlson sprach, die eine "echte US-orientierte Partei" gründen könnte. Diese solle linke und rechte Politiker:innen vereinen. Trump-Gegner gründen Bewegung: Kann sie dem US-Präsidenten gefährlich werden? Ob aus dem Dinner in Maine tatsächlich eine funktionsfähige Partei wird, ist offen – doch die Signalwirkung an die republikanische Basis ist allemal groß. Die Midterms dürften für Carlson, Greene und Co. zu früh kommen, eine realistische Chance auf einen Sieg bei den US-Wahlen 2028 dürfte ihre mögliche Partei kaum haben. Doch vor allem ist diese neue Zusammenkunft ein weiteres Symbol für den immer lauteren Aufstand innerhalb der US-amerikanischen Rechten gegen Donald Trump. Forbes-Kolumnistin Maia Hoskin bezeichnete Carlsons Abwendung von den Republikanern etwa eher als "Symptom denn als Grund" für die Risse innerhalb der Partei. Um Trump wirklich gefährlich zu werden, muss die Bewegung um Carlson und Greene gar keine Wahlen gewinnen. Es reicht allein, dass das Anti-Trump-Lager die Wähler-Mobilisierung der Republikaner torpediert und die Midterms so entscheidend beeinflusst. Ein Großteil der US-Amerikaner:innen ist mit dem Iran-Krieg unzufrieden, unter ihnen auch Konservative, die sich niemals die Wahl der Demokraten vorstellen können. Besonders diese Gruppe würde 2028 eine echte Alternative zu Trump auf den Wahlzetteln gegeben werden. Und auch für die Midterms dürfte weitere Unruhe die Republikaner vor Probleme stellen. Bereits vor dem öffentlichkeitswirksamen Treffen Greenes, Carlsons, Massies und Kents hatten die Demokraten laut der "New York Times" in neuesten Midterm-Umfragen zwischen vier und elf Prozentpunkte Vorsprung vor den Republikanern. Dass die Gefahren auch im Lager des US-Präsidenten ernst genommen wird, zeigt Lara Trumps Reaktion: Die Schwiegertochter Trumps mahnte Anfang Juli explizit, die Republikaner könnten sich vor den Midterms nicht leisten, dass sich jemand wie Carlson von der Partei abwende.

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