Eierstöcke bleiben jahrzehntelang biologisch aktiv
Eierstöcke bleiben nach der Menopause aktiv – und verändern sich bis ins hohe Alter
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Auch nach den Wechseljahren baut sich das Gewebe der Eierstöcke weiter um. Forschende fanden zudem Hinweise auf zunehmende Entzündungsprozesse. Was das für die Gesundheit bedeutet, ist noch unklar.
Die Eierstöcke bleiben auch nach dem Ende der Fruchtbarkeit biologisch aktiv und verändern sich bis ins hohe Alter. Das zeigt eine am 13. Oktober in der Fachzeitschrift Aging Cell veröffentlichte Studie unter Leitung von Forschenden der Northwestern University und des Buck Institute for Research on Aging in den USA. Die Ergebnisse stellen die Vorstellung infrage, das Organ werde nach der Menopause weitgehend inaktiv, berichtet SKAI.
Das Team untersuchte Eierstockgewebe von 28 Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die die Menopause hinter sich hatten. Dafür erfasste es 5.812 Proteingruppen und verglich die Proben verschiedener Altersgruppen. Zwischen Frauen von 50 bis 59 Jahren und Frauen ab 70 zeigten sich bei 117 Proteinen statistisch deutliche Unterschiede, so EurekAlert!.
Gewebe verändert sich
Bei den jüngeren Teilnehmerinnen fanden sich mehr Proteine, die mit dem Erhalt von Zellen und der Gewebestruktur zusammenhängen. Bei älteren Frauen waren dagegen Proteine häufiger, die an Entzündungen, Immunreaktionen sowie am Abbau und Wiederaufbau der Gewebeumgebung beteiligt sind.
Zudem zeigten sich verstärkt Merkmale alternder Zellen, die sich nicht mehr teilen, aber weiterhin Stoffwechsel betreiben und ihre Umgebung beeinflussen. Die Befunde sprechen dafür, dass sich das Eierstockgewebe lange nach der Menopause weiter verändert. „Die Spiegel mancher Proteine steigen mit dem Alter, und die Spiegel mancher Proteine sinken, was uns sagt, dass dieses Organ recht dynamisch ist“, sagte Birgit Schilling vom Buck Institute laut EurekAlert!. Sie verwies darauf, dass die Eierstöcke auch andere Organe wie Gehirn und Knochen beeinflussen.
Überschneidungen mit Krebs
Die Forschenden entdeckten außerdem Überschneidungen zwischen altersbedingten Veränderungen und biologischen Prozessen, die mit Eierstockkrebs verbunden sind. Entsprechende Proteine kamen im alternden Gewebe häufiger vor, besonders bei Frauen in ihren Sechzigern. Sämtliche untersuchten Gewebeproben erschienen jedoch normal und krebsfrei. Die Ergebnisse bedeuten daher nicht, dass das Gewebe bösartig verändert war oder eine Krebsvorstufe darstellte.
Francesca Duncan von der Northwestern University erklärte, Entzündungen und eine zunehmende Vernarbung könnten eine Umgebung schaffen, die bösartige Zellen begünstigt. Weitere Forschung könnte helfen, mögliche Ansatzpunkte zur Risikosenkung oder biologische Hinweise auf Erkrankungen zu finden. (Redaktion)