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Eigentlich geht's beim "HeidiFest" nur um eins

Unterhaltung

Es war eine Art Druckbetankung – Bier, Musik-Acts, Dirndl und Lederhosen, you name it. Heidi Klums "HeidiFest" hatte alles, es war laut und bunt und schrill. So wie sie es angekündigt hatte. Doch was passierte abseits der Fernsehkameras, am grünen Teppich, da, wo die Promis ankamen? Wir waren dabei.

Ein Glück, dass Flüssigkleber da ist. Der Schriftzug "Sportalm", der über einer himmelblauen Bank direkt neben dem Eingang zum Hofbräuhaus prangt, fällt schon ab, bevor das "HeidiFest" überhaupt losgeht. Irgendjemand pappt ihn wieder hin, die Fassade vom perfekten Fernsehen steht wieder.

Auf der Bank sitzen zwei Stunden vor dem Start Erna Klum, Heidi Klums Mutter, Vicky Leandros und Ireen Sheer, in unterschiedlichen Konstellationen mit den Stargästen des Abends, die Heidi Klum zu ihrem zweiten "HeidiFest" im Hofbräuhaus in München eingeladen hat. Zwei Tage vor dem offiziellen Oktoberfest-Start feiert sie schon mal das Fest der Feste.

Wobei das Wort "Stargäste" an diesem Abend nicht unbedingt eindeutig ist. Tony Christie ist da, britischer Sänger, 83 Jahre alt, einer seiner bekanntesten Songs ist "(Is This The Way To) Amarillo". Schlagersängerin Isi Glück geht im hellgelben Spitzendirndl über den grünen (ja, grün) Teppich, neben ihr steht Influencerin Caro Daur, auf Instagram hat sie 4,4 Millionen Follower.

Rednex singen ohne Unterbrechung "Cotton Eye Joe"

Nebenan geben die Schlagersänger Marianne und Michael Interviews, irgendwo schwirrt Model Bruce Darnell vorbei, Dragqueen Candy Crash schiebt sich durch die Menge, weiter hinten steht Sarah Engels; Heidi Klums Sohn Henry und Frauke Ludwigs Tochter Nele sind ebenfalls gekommen, ebenso wie Supermodel Naomi Campbell, die später noch als DJane auflegt. Und neben dem grünen Teppich singt die Band Rednex quasi ohne Unterbrechung "Cotton Eye Joe".

Und dann steht da noch ein Hau den Lukas, mittendrin, immer wieder fühlen sich vorrangig Männer herausgefordert. Schaffen tun's die wenigsten. Die umstehenden Influencerinnen und TV-Stars, Sängerinnen und Models, Journalistinnen und Journalisten – 900 Menschen sind laut Ankündigung von RTL an diesem Abend im Hofbräuhaus – trifft jedes Mal der Schlag, der Krach geht durch Mark und Bein.

Irgendwann ist Heidi Klum zu hören, irgendwo aus den Tiefen des Hofbräuhauses wird ihre Stimme überall hin übertragen, auch in den Wirtshausgarten. Gerade eben noch im gelben Dirndl mit weißem Hund auf dem grünen Teppich, hat sie schon den ersten Outfit-Change hinter sich, als Model ist sie das ja gewohnt, geht alles schnell. Ihr Dirndl ist nun blütenweiß, mit Supermodel Nadja Auermann strahlt sie darin vor den Pressefotografen um die Wette.

Die Challenge gewinnt sie aber ohne Probleme, Heidi ist der eigentliche und einzige Stargast des Abends. Wo sie ist, wollen alle sein, eine Horde Security-Männer macht ihr stets den Weg durch die enge Menge frei. Alle anderen sind mehr oder weniger Staffage.

Da ist es auch völlig egal, dass Yanneck (25) und Luis (24), GNTM-Kandidaten von 2026, so gut wie keinen kennen, den Heidi Klum zu ihrem "HeidiFest" geladen hat. Rednex? Mal gehört. Whigfield? 2 Unlimited? Marianne und Michael? Puh, keine Ahnung, wer das ist. Aber Heidi Klum, klar, die kennen sie natürlich.

Mit ihr wollen auch die meisten auf dem grünen Teppich später noch eine Maß Bier trinken, wenn das zweite "HeidiFest" offiziell begonnen hat. Vergangenes Jahr hat Klums Heimatsender ProSieben die Sause ausgestrahlt, dem Vernehmen nach war das allerdings ein Verlustgeschäft für den Sender. Weil Heidi Klum aber wohl unbedingt wieder feiern wollte, ging sie zu RTL.

Eigentlich geht's beim "HeidiFest" nur um eins: Bitte mehr ausrasten!

Der Erfolg allerdings war 2026 nicht unbedingt größer, laut ersten Auswertungen war die Reichweite etwas besser, das Ergebnis blieb aber dennoch unter den Erwartungen. In einem Bereich allerdings legte das "HeidiFest" zu: bei der jüngeren Zielgruppe, da lag der Marktanteil bei neun Prozent. "Kein anderer Privatsender war um 20:15 Uhr erfolgreicher", heißt es dazu beim Branchendienst DWDL.

Vermutlich wird sich Heidi Klum auch im nächsten Jahr wenig daran orientieren. Sie macht meistens das, was sie will – bei "Germany's Next Topmodel", wenn sie eine Sorte Chips mit Brathähnchengeschmack rausbringt oder Ende Oktober ihr mittlerweile schon legendäres Halloween-Fest "Heidiween" in New York feiert.

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Und nun eben auch noch das "HeidiFest". Die Stars haben den grünen Teppich mittlerweile verlassen, alle Schriftzüge kleben wieder da, wo sie kleben sollen. Der Anheizer im Hofbräuhaus, der die Menge anpeitschen soll, hat jetzt nur noch einen einzigen Wunsch, bevor die TV-Übertragung losgeht. Heidi Klum hat gerade ihr Publikum begrüßt, allen einen schönen Abend gewünscht, ihre Stimme war überall zu hören. "Wenn Heidi nachher spricht", sagt er nun ins Mikro, "müsst ihr bitte ein bisschen mehr ausrasten."

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