„Ein Grund für mich, keinen Neuwagen mehr zu kaufen”: Leser ärgern sich über EU-Regel zu Autokameras
Der vollständige Artikel von Sebastian Viehmann, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Neue EU-Kamera im Auto nervt so sehr, dass ich sie abklebe Der Erfahrungsbericht über einen neuen BYD mit aufdringlicher Überwachungskamera bringt die Leserdebatte ins Rollen: Mit den aktuellen EU-Vorgaben zur Fahrerüberwachung, Warnhinweisen und erzwungenen Assistenzsystemen beschäftigen sich die Autofahrer intensiv. Im Mittelpunkt stehen zwei gegensätzliche Lager: Zum einen wird die Europäische Union für Überwachung und Kontrollwut kritisiert, zum anderen bemängeln einige Leser die technische Unzuverlässigkeit der Assistenten, die teils selbst zur Gefahr werden. Hinzu kommen praktische Reaktionen vom Abkleben der Kameras bis hin zur bewussten Abkehr vom Neuwagenkauf. Verteilung der Lesermeinungen EU macht Autofahrer zu Überwachten Einige Leser sehen in den neuen EU-Vorschriften einen tiefen Eingriff in ihre Freiheit beim Autofahren. Rund 35 Prozent äußern deutliche Vorbehalte gegen die von Sebastian Viehmann beschriebenen enormen Ausbau an Überwachungstechnologie. Sie befürchten, dass Brüssel sie zu gläsernen Bürgern macht, warnen vor einem Kontrollstaat und sehen einen besorgniserregenden Trend hin zu immer mehr Datenerfassung – vom Auto bis zum digitalen Euro. Die aktuellen Maßnahmen werden kritisch in den Kontext anderer EU-Vorhaben wie Chatkontrolle oder Zugangsbeschränkungen gesetzt. Bemängelt wird, dass bei weiterer technischer Aufrüstung selbst das Umgehen oder Abschalten der Systeme, etwa durch Abkleben der Kameras, bald nicht mehr möglich sein könnte. ANZEIGE ANZEIGE Irgendwann wird auch Abkleben oder Ähnliches nicht mehr funktionieren, da sich der Wagen dann nicht mehr starten lässt. Zum Originalkommentar Selber Schuld, dass die Autobauer und unsere Politiker der EU so hörig sind. VW zahlt gerade die Quittung. Das Beste, was auf uns Bürger zukommen wird, ist die Chat-Kontrolle, zweimal abgelehnt und auf heimtückische Weise gestern beschlossen worden. Die EU ist keine gewählte obergeordnete Institution oder Regierung. Die EU ist ein zusammengewürfelter Beamtenhaufen. Die können Vorschläge beschließen, aber kein EU-Land ist dazu verpflichtet, diese umzusetzen. Zum Originalkommentar Die Hälfte der EU-Bürokraten entlassen. Vieles würde sofort besser. Zum Originalkommentar Gestern wurde die Kontrolle der Chats beschlossen. Big Brother is watching you. Die Überwachung des digitalen Euros. Kameras in Autos, Chatkontrolle – das erinnert an Ulbricht und Honi, die aktuelle Kamera haben wir ja in Form des ÖRR auch wieder. Die Idee der AfD, die EU zu reformieren und in den Kompetenzen einzuschränken, ist super. Zum Originalkommentar Assistenzsysteme stören mehr als sie helfen 24 Prozent kritisieren die konkrete Technik der im Artikel beschriebenen Assistenzsysteme. Im Vordergrund stehen Berichte über unzuverlässige Warnungen, fehlerhafte Erkennung von Verkehrszeichen und abrupte Eingriffe ins Fahrgeschehen – bis hin zu echten Gefahrensituationen durch überreagierende Spurhalte- oder Notbremssysteme. In zahlreichen Kommentaren wird angeführt, dass die Systeme im Alltag eher ablenken und Stress verursachen statt echte Sicherheit zu bringen. Zusätzlich stellen Nutzer Haftungsfragen: Was passiert, wenn ein Assistent einen Unfall verursacht? Insgesamt wird der Sinn der EU-Vorgabe angesichts dieser Mängel stark angezweifelt. Es ist mir schleierhaft, wie dysfunktionale Systeme sogar vorgeschrieben werden konnten. Es ist ein Zeichen für die Übergriffigkeit der EU, gepaart mit realitätsfreiem Wunschdenken. Unsere Mietwagen sind meistens Marken aus dem VW-Konzern. Mit dem „Spurhalteassistenten“ komme ich nie sauber um eine Kurve, sondern nur eckig, weil mir der Selbstmordassistent dauernd ins Lenkrad greift. Zudem will er gern mal in den Gegenverkehr oder in Autobahnbaustellen in die Leitplanke oder das danebenfahrende Auto lenken. Sowas erhöht keine Sicherheit, sondern vermindert sie drastisch. Zum Originalkommentar Wie lange wird es wohl dauern, bis ein Spurhalteassistent einen Radfahrer umfährt oder es zum Frontalcrash kommt, weil ein Assistent mitten im Überholvorgang bremst? Der Fahrer kann ja kaum haftbar gemacht werden und der Hersteller auch nicht. Haftet dann das EU-Parlament? Zum Originalkommentar In einem relativ neuen Volkswagen, den ich als Mietwagen in Estland fuhr, war die Bimmelei schon allgegenwärtig. Mehrfach hatte ich mich erschrocken, wenn eine laute Warnung ertönte, weil die Erfassung der Geschwindigkeitsbegrenzungen fehlerhaft war und das System von einer Überschreitung meinerseits ausging. Ich war verärgert und halte dies nach wie vor für einen unzulässigen und gefährlichen Eingriff während meiner Fahrt. Zum Originalkommentar VW, Skoda und Cupra sind da auch ganz toll dabei. Ich kann nur über diese Marken schreiben, da ich andere aktuell nicht fahre. Selbst der schlechteste Beifahrer nervt nicht so viel wie diese Software, noch dazu funktioniert die nicht mal richtig und verursacht teils lebensbedrohliche Situationen, wenn z. B. der Lane Assist auf eine Ampel zurollt, abbremst, dann aber Vollgas gibt und über die rote Ampel will. Das ist nur ein Beispiel einer zwei Seiten langen Fehlerbeschreibung, die ich an VW mitsamt meinem Fahrzeug übergeben habe. Es sei bekannt wurde mir gesagt. Was für ein Armutszeugnis. Zum Originalkommentar Es dient der Sicherheit und hat sicherlich schon Leben gerettet. Die wichtige Frage ist jedoch: Wer haftet, wenn ein solcher Helfer einen Fehler macht? Der Fahrer haftet und muss sich dann mit dem Hersteller herumschlagen. Autofahren soll in der EU offenbar keinen Spaß mehr machen. Zum Originalkommentar Autofahrer meiden Neuwagen und kleben Kameras ab Rund 19 Prozent der Leser schildern, dass sie bereits aktiv gegen die zunehmende Überwachung im eigenen Auto vorgehen – und sich mit Maßnahmen wie dem Abkleben der Kameras oder gezielten Werkstattlösungen behelfen. Viele erklären, dass sie deshalb künftig auf den Kauf von Neuwagen verzichten und stattdessen ältere Fahrzeuge fahren möchten. Die im Artikel beschriebenen Nanny-Systeme werden damit nicht akzeptiert, sondern gezielt ausgehebelt. Einige Nutzer berichten, wie sie Funktionen stilllegen oder bewusst Fahrzeuge wählen, bei denen noch möglichst wenig Elektronik verbaut ist. Mein Fahrzeug ist Bj. 2024 und dort kann ich die meisten Dinge noch dauerhaft deaktivieren. Den Wagen werde ich bis zum Ende fahren wollen. Ein Neuwagen wird mir sehr wahrscheinlich nicht mehr ins Haus kommen. Dann werde ich lieber auf einen Youngtimer wechseln. Zum Originalkommentar Ich habe explizit einen Gebrauchtwagen gekauft, der Programmierungen noch zulässt, und konnte viel Nerviges abstellen. Bei Neuwagen nicht mehr möglich… Zum Originalkommentar Schon ein Grund für mich, keinen Neuwagen mehr zu kaufen. Genau wie die Sch… mit dem „eCall“. Zum Originalkommentar Ich bin auch allergisch gegen auf mich gerichtete Kameras. Kann das überhaupt nicht haben. Beim Handy und Tablet habe ich starkes Alu-Klebeband auf der Innenkamera (hält auch in der Hosentasche), VR-Brille liegt immer so in einer Ecke, dass die Kameras an die Wand starren, und meine Überwachungskameras am Haus sind ein analoges System, nicht am Internet, damit nur ich Zugriff auf die Aufnahmen habe. Einen Neuwagen werde ich mir wohl nicht mehr kaufen können. Ich brauche in Zukunft eher gesichert gute Kontakte zu (klassischen) Kfz-Schraubern… Zum Originalkommentar Sonstige Stimmen Etwa 22 Prozent der Beiträge zeigen sich in Form von Satire, offener Ironie oder einzelnen positiven Einwürfen. Einige Kommentierende nehmen die Vorgaben für Lkw als sinnvoll an oder weisen auf die EU-Zielsetzung, die Zahl der Verkehrstoten zu senken, hin. Gleichzeitig wird aber auch der bürokratische Eifer der EU mit Spott kommentiert, etwa mit Anspielungen an die Stasi-Vergleich oder dem Sommerloch. Allerdings bleibt die Debatte hier meist oberflächlich – fundierte Argumente sind selten. In der nächsten Stufe sollten die Assistenten nicht mehr übergehbar sein. Ergo Gaspedal ohne Wirkung über dem Tempolimit oder zu geringem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Selbstverständlich trägt das zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Zum Originalkommentar Die EU hat schließlich ausgerufen, dass man bis 2050 0!!! Verkehrstote haben will! Das heißt nun mal, dass man überwacht wird und immer mehr Fahrassistenten, bis hin zum autonomen Fahren, eingebaut werden müssen. Das macht das Auto nicht billiger! Zum Originalkommentar Die Stasi wäre stolz und glücklich gewesen. Zum Originalkommentar Für Lkw-Fahrer sind das sinnvolle Einrichtungen. Zum Originalkommentar Technik zwischen Freiheit und Kontrolle – Ihre Meinung zählt! Die Debatte um neue Überwachungskameras im Auto zeigt: Zwischen Zustimmung und Ablehnung liegen Welten. Was halten Sie von den neuen Regelungen? Bringen die EU-Vorgaben echte Sicherheit – oder gehen sie zu weit? Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Erfahrungen! Hinweis: Die zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Analyse und Strukturierung erfolgen mithilfe Künstlicher Intelligenz. Die zusammenfassenden Texte und Einordnungen werden redaktionell kuratiert und bearbeitet.