Ein Jahr nach 75. Jubiläum: Deutscher Fenster-Hersteller meldet Insolvenz an
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Luhe-Wildenau (Bayern) – Das Unternehmen ist preisgekrönt und feierte gerade erst 75. Jubiläum. Doch auf dem Bau herrscht Flaute. Auch der Wohnungsbau steckt in der Krise, viele Projekte werden verschoben oder ganz gestrichen. Die Folgen trieben den traditionsreichen deutschen Fenster- und Türen-Hersteller jetzt in die Pleite.
Das Unternehmen Höhbauer hat bei Gericht Insolvenz beantragt. Betroffen sind rund 330 Mitarbeiter am Standort Luhe-Wildenau in Bayern.
Wie der Hersteller in die Insolvenz rutschte
Gründe für die Schieflage sind vor allem die schwierigen Marktbedingungen und hohe Kosten . Der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun sagt zu BILD: „Wie viele Unternehmen der Branche, steht auch die Höhbauer GmbH wirtschaftlich unter Druck. Aufgrund gestiegener Preise für Energie, Material und Personal sowie höherer Zinsen ist die Nachfrage nach Neubau- und Sanierungsprojekten deutlich gesunken.“ Bereits im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/24 hatte die Geschäftsführung auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und einen starken Ergebnisrückgang hingewiesen.
Unternehmen ist preisgekrönt
Sanierungsexperte Volker Böhm zu BILD: „Höhbauer ist vielfach ausgezeichnet und im Markt gut positioniert. Das macht das Unternehmen für Investoren interessant. Wir werden sehr zeitnah einen Investorenprozess starten.“ Das Unternehmen erhielt unter anderem den Deutschen Marketingpreis (2001), den Bayerischen Qualitätspreis (2001), den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk (2008) und die Goldmedaille auf der Erfinderfachmesse IENA (2007).
Höhbauer wurde 1950 als Zimmerei gegründet, feierte im vergangenen Jahr 75-jähriges Jubiläum. In Bayern produziert der Hersteller Fenster, Haustüren, Wintergärten und weitere Bauelemente.
Was mit den Gehalt der Mitarbeiter passiert
Die Löhne und Gehälter für die Beschäftigten sind vorerst über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Aber nur bis einschließlich November. Immerhin: „Der Geschäftsbetrieb geht auch nach dem Insolvenzantrag weiter“, so Böhm zu BILD.
Wie es weitergeht, will der Insolvenzverwalter in den kommenden Wochen prüfen. Der Experte äußert sich vorsichtig optimistisch: „Höhbauer ist ein gut geführtes Familienunternehmen mit über 75 Jahren Tradition, einer hochqualifizierten Belegschaft und einem ausgezeichneten Ruf im Markt.“ Es soll jetzt schnell eine Suche nach einem Investor starten.
Geschäftsführer Christoph Höhbauer ist enttäuscht: „Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen. Und wir hätten ihn unseren Mitarbeitern und Kunden gerne erspart.“ Nun wolle man gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter um die Zukunft des Betriebs kämpfen.