DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold -0,04 % 4.098,60 USD 22:59:54 Silber -1,77 % 57,78 USD 22:59:48 Brent +1,22 % 90,12 USD 20:28:19 WTI +3,84 % 86,80 USD 22:59:59 Bitcoin +0,11 % 62.890,08 USD 03:19:44 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:22 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:22 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:22 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:22

Ein letzter Ausverkauf vor der nächsten Gold-Rally?

Wirtschaft

Der Goldpreis hat seinen Glanz zuletzt verloren. Während die Aussicht auf eine restriktive Fed, steigende Realzinsen und der anhaltende KI-Boom viele Anleger in Technologieaktien treiben, richten sich die Blicke der Märkte derzeit auf andere Anlageklassen. Doch genau jetzt könnte sich beim Goldpreis ein seltenes Chartmuster herausbilden. Sollte sich dieses bestätigen, wäre der aktuelle Rücksetzer womöglich keine Schwäche – sondern die Grundlage für die nächste große Gold-Rally. Goldpreis vor Trendwende? Der Goldpreis befindet sich an einem entscheidenden Punkt. Nach der deutlichen Korrektur von rund 30 % in den vergangenen sechs Monaten bleibt der kurzfristige Trend zwar abwärtsgerichtet. Aus charttechnischer Sicht könnte deshalb sogar noch ein letzter Ausverkauf bevorstehen. Doch genau ein solcher finaler Rücksetzer könnte sich als große Chance erweisen. Denn das klassische Wyckoff-Akkumulationsmodell beschreibt eine Marktphase, in der der letzte Ausverkauf häufig den Grundstein für den nächsten langfristigen Aufwärtstrend legt. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, könnte ausgerechnet der Bereich zwischen 3.800 und 3.600 Dollar zum Ausgangspunkt der nächsten großen Gold-Rally werden. Das Wyckoff-Modell zählt zu den bekanntesten Akkumulationsmustern der Technischen Analyse. Nach einer langen Rally folgt zunächst eine Korrektur, ehe sich der Markt über Wochen oder Monate in einer breiten Seitwärtsrange stabilisiert. In dieser Phase bauen langfristig orientierte Investoren schrittweise Positionen auf, während viele kurzfristige Marktteilnehmer bereits das Interesse verlieren. Charakteristisch ist anschließend der sogenannte Spring. Dabei fällt der Kurs noch einmal kurzzeitig unter eine wichtige Unterstützung, löst Stop-Loss-Orders aus und schüttelt die letzten schwachen Hände aus dem Markt. Gelingt danach die schnelle Rückkehr in die Handelsspanne, gilt dies als erstes Signal dafür, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Es folgen die ersten Anzeichen einer nachhaltigen Erholung (SOS) sowie ein letzter erfolgreicher Rücksetzer vor dem Ausbruch (LPS), bevor schließlich die eigentliche Aufwärtsbewegung beginnt. Die beigefügte Grafik veranschaulicht dieses mögliche Szenario schematisch für den Goldpreis. Treiber der Gold-Rally Fundamental bleibt das Umfeld für Gold konstruktiv. Einer der wichtigsten Treiber sind die anhaltenden Käufe der Zentralbanken. Nach Angaben des World Gold Council erhöhten Notenbanken ihre Goldreserven im Mai netto um 41 Tonnen. Zu den größten Käufern gehörten Polen mit 18 Tonnen sowie China mit weiteren 10 Tonnen. Für die chinesische Zentralbank war es bereits der 20. Monat in Folge mit steigenden Goldreserven. Hinzu kommt der sogenannte Debasement Trade. Weltweit steigen die Staatsschulden auf immer neue Rekordstände. Gleichzeitig wächst die Sorge vieler Investoren vor einer langfristigen Entwertung von Fiat-Währungen. Gold gilt in einem solchen Umfeld traditionell als Wertspeicher und Absicherung gegen Kaufkraftverluste. Unterstützt wird diese Entwicklung zusätzlich durch geopolitische Spannungen sowie den Trend vieler Staaten, ihre Währungsreserven breiter zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Warum Gold noch schwächelt Dennoch spricht kurzfristig noch einiges für eine Fortsetzung der Schwäche. Charttechnisch befindet sich der Goldpreis weiterhin in einem intakten Abwärtstrend. Gleichzeitig hat das Interesse vieler Anleger zuletzt spürbar nachgelassen. Der World Gold Council meldete für Juni deutliche Abflüsse aus Gold-ETFs in allen Regionen der Welt. Besonders in China wechselte Kapital zuletzt wieder verstärkt in den Aktienmarkt, nachdem sich dort die Risikostimmung verbessert hatte. Belastend wirken außerdem die steigenden Zinserwartungen in den USA. Nach den jüngsten Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh rechnet der Terminmarkt inzwischen mit einer deutlich gestiegenen Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September. Höhere Zinsen und steigende Realrenditen erhöhen die Opportunitätskosten von Gold. Gleichzeitig lenkt der anhaltende KI-Boom weiterhin große Teile des Anlegerkapitals in Technologie- und Halbleiteraktien statt in klassische sichere Häfen. Gerade deshalb wäre ein letzter Rücksetzer aus Sicht des Wyckoff-Modells kein Widerspruch zum langfristig positiven Bild. Im Gegenteil: Sollte der Goldpreis im Bereich zwischen 3.800 und 3.600 Dollar eine klassische Bärenfalle ausbilden und anschließend die Schlüsselmarke von 4.000 Dollar nachhaltig zurückerobern, könnte genau dieser scheinbar letzte Ausverkauf den Grundstein für die nächste große Gold-Rally legen. Die in diesem Artikel dargestellten Einschätzungen und charttechnischen Szenarien dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Finanzinstrumente dar. Über den RedakteurStefan Jäger Finanzjournalist und Trader Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets. Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

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