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Eine halbe Million Russen sind pleite - jetzt droht Putin die Bankenkrise

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Eine halbe Million Russen sind pleite – jetzt droht Putin die Bankenkrise

Von: Lukas Richter

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Russland droht eine Bankenkrise, während immer mehr Haushalte pleitegehen.

Moskau – In Russland wächst die Sorge vor einer Bankenkrise. Rund 500.000 Haushalte meldeten im vergangenen Jahr Insolvenz an, fast ein Drittel mehr als zuvor. Zugleich häufen sich faule Kredite bei Firmen und Verbrauchern.

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Ein europäischer Geheimdienstbericht warnt vor einer „explosiven“ Lage im Bankensektor. Das Papier sei in den vergangenen Wochen erstellt worden, um europäische Regierungsstellen vor neuen Sanktionen über den Zustand russischer Banken zu informieren, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Der Bericht beschreibt ein riskantes System. Russische Banken trügen einen großen Teil der Last der Kriegswirtschaft, weil der Kreml sie zu lockerer Kreditvergabe gedrängt habe. Normale Prüfungen seien zurückgestellt worden. Subventionierte Darlehen flossen demnach an Rüstungsfirmen und Immobilienkäufer.

Banken tragen Last der Kriegswirtschaft

So sollte die Wirtschaft gestützt werden. Und der Krieg finanziert. Nun sitzen die Banken laut The Telegraph auf wachsenden Risiken, während sich die Konjunktur abkühlt. Staatliche Kreditprogramme, Umschuldungen und Hilfen hätten die Schwächen bisher verdeckt. Dauerhaft tragfähig sei das laut dem Bericht nicht.

In dem zweiseitigen Papier heiße es, die Lage erzeuge den Eindruck einer lebendigen Wirtschaft, verberge aber eine „explosive Situation“. Ein wirtschaftlicher Schock könne sie auslösen, etwa ein hartes Sanktionspaket gegen Banken, schrieb The Telegraph unter Berufung auf den Reuters bekannten Bericht.

Konjunktur kühlt ab

Die schwächeren Wirtschaftsdaten passen zu dieser Warnung. In Russland sank die reale Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2026 um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Deutsche Bundesbank unter Berufung auf eine Schnellschätzung des Statistikamts schreibt. Nach dem kriegswirtschaftlich getragenen Boom der Jahre 2023 und 2024 habe sich die russische Wirtschaft bereits 2025 deutlich abgekühlt.

Nach Angaben der Bundesbank bremsten vor allem hohe Realzinsen. Anfang 2026 kamen neue Belastungen hinzu. Eine höhere Mehrwertsteuer drückte den Konsum, schlechtes Wetter traf die Bauwirtschaft.

Seit Beginn des Irankriegs profitiere Russland aber wieder von höheren Energieeinnahmen. Die Inflation sank demnach bis April auf 5,6 Prozent. Die Zentralbank senkte den Leitzins zuletzt auf 14,5 Prozent.

Im Kreditmarkt zeigen sich laut der britischen Zeitung The Telegraph bereits deutliche Risse. Dem Bericht zufolge könnten zehn Prozent der Unternehmenskredite ausfallen. Einige große Banken hätten gewarnt, bis zu 15 Prozent ihrer Verbraucherkredite würden nicht mehr ordentlich bedient. Mehr als 13 Millionen Russen nahmen demnach im vergangenen Jahr mindestens drei Kredite gleichzeitig auf.

EU plant neue Sanktionen

Die EU bereitet demnach ein neues Sanktionspaket gegen Russland vor. Diplomaten diskutierten, weitere 90 russische Banken auf die schwarze Liste zu setzen. Insgesamt wären dann 100 Geldhäuser betroffen. Das träfe mehr als die Hälfte der international vernetzten Banken Russlands. Auch Kryptonetzwerke, Ölverarbeiter und Drohnenhersteller könnten Ziel neuer Maßnahmen werden.

Warnungen kommen auch aus Russland selbst. Das kremlnahe Zentrum für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognosen habe im Februar geschrieben, eine Bankenkrise sei nach seiner technischen Definition bestätigt, berichtet The Telegraph. Grundlage sei gewesen, dass mehr als ein Zehntel der Kreditbücher wohl nicht zurückgezahlt werde.

Die Moscow Times berichtete im Mai, die Zahl unrentabler Banken sei von 34 im Januar auf 60 Anfang März gestiegen. Das entspreche etwa jedem fünften Institut und sei der höchste Wert seit 2022.

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