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"Einfach zu viele Fehler": Kostet die 15-Sekunden-Strafe Engel den DTM-Titel?

Sport

(Motorsport-Total.com) - Kostet die bittere Strafe für Maro Engel nach der Kollision mit Kelvin van der Linde den DTM-Titel? Der Winward-Mercedes-Pilot, der am Sonntag auf dem Sachsenring von der Poleposition gestartet war, lag beim Restart wenige Runden vor Schluss auf Platz sechs, während DTM-Leader Thomas Preining Zweiter war.

Beim Anbremsen der ersten Kurve berührte er mit der linken Front das Heck von Kelvin van der Lindes BMW und schob diesen ins Kiesbett. Engel kam als Fünfter ins Ziel, wurde durch die 15-Sekunden-Strafe aber nur als 17. gewertet (Rennbericht). Dadurch verliert er alle elf Punkte - und hat in der Gesamtwertung vor dem Finale in Hockenheim 23 Punkte Rückstand auf Preining.

"Sicherlich keine glückliche Situation", sagt Engel über den Zwischenfall mit van der Linde. "Wir mussten natürlich angreifen, waren in einer schwierigen Position - und das ist leider schiefgegangen." Insgesamt sei es "kein besonders gutes Rennen von unserer Seite - von meiner Seite" gewesen.

"Einfach zu viele Fehler gemacht heute. Sei es von der Strategie, sei es von meiner Seite auf der Strecke", zeigt sich Engel mit sich und seinem Winward-Team unzufrieden.

15-Sekunden-Strafe: Warum die Sportkommissare keine Wahl hatten

Die Sportkommissare hatten beim Urteil keine Wahl: Engel nahm die Schuld bei der Anhörung sofort komplett auf seine Kappe. Durch das späte Bremsmanöver habe das ABS eingegriffen - danach sei er nur noch Passagier gewesen. 15 Sekunden sind diesbezüglich das übliche Strafmaß.

Das entspricht drei Penalty-Laps von je fünf Sekunden. Denn durch die Aktion hat Engel das Rennen von van der Linde vorzeitig beendet. Abgesehen davon: Hätte Engel nur eine Fünf-Sekunden-Strafe bekommen, wäre er ebenfalls 17. geworden, weil das Feld nach dem Restart noch so kompakt war.

Wie man bei Mercedes-AMG den Unfall sieht? "Maro hatte gute Reifen und wusste, dass er damit attackieren muss. Und die vorhergehende Safety-Car-Phase hat lang gedauert. Dann läuft dir die Zeit davon - und dann hat er einfach das kleine bisschen zu viel gewollt", sagt Thomas Jäger, der bei Mercedes-AMG als sportlicher Leiter des DTM-Bereichs agiert.

Brachte die Strategie Engel erst in die missliche Lage?

"Es ist bekannt, dass es dreimal Penalty-Lap gibt, wenn du den Wettbewerber aus dem Rennen nimmst und der nicht mehr weiterfahren kann", hat er an der Strafe nichts auszusetzen.

Aber was meint Engel mit dem strategischen Fehler? "Im Nachhinein war es wahrscheinlich die falsche Entscheidung, mit dem gebrauchten Slick zu beginnen. Wir haben uns zu Beginn verletzlich gemacht", sagt der Winward-Mercedes-Pilot, der schon in der Aufwärmrunde von der nassen Strecke rutschte und dann gegen den späteren Sieger Ben Dörr, der auf neuen Slicks gestartet war, keine Chance hatte.

Engel in der Porsche-Falle: "Paarmal sehr hart angegangen worden"

Dann rieb sich Engel auch noch im Duell gegen Preinings Porsche-Markenkollegen Bastian Buus, der auf Regenreifen zurückfiel und ihn rund fünf Sekunden kostete, und Ricardo Feller auf.

"Ich bin sicherlich auch ein paar Mal sehr hart angegangen worden", sagt Engel. "Aber wenn man in der Meisterschaft vorne ist, muss man davon ausgehen, dass man am Ende von den Teamkollegen der anderen Kontrahenten hart angegangen wird."

Erst dadurch konnte Preining, der nach der ersten Runde auf Platz sieben lag, Engel auf der Strecke überholen - und auch Kelvin van der Linde und Luca Engster nutzten die Gunst der Stunde.

Hätte Engel früher stoppen müssen?

"Eigentlich hat er dann die Pace erst wieder nach den entsprechenden Boxenstopps gefunden. Und das war leider dann die Ursache dafür, dass er so weit durchgereicht wurde", erklärt Jäger. Denn der Boxenstopp bot auch die Möglichkeit, den Reifendruck wieder anzupassen.

Die Tatsache, dass Engel erst in der zwölften Runde stoppte, obwohl das erste Boxenstopp-Fenster bereits ab der fünften Runde Reifenwechsel zuließ, war ebenfalls nicht optimal. Darüber soll es laut Informationen von Motorsport-Total.com auch Diskussionen am Funk gegeben haben.

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