Einspeisevergütung: Förderung reißt Milliarden-Loch in den Bundeshaushalt
Milliardenlücke im Haushalt
Ökostrom reißt größeres Loch in den Haushalt als erwartet
Von t-online, wal
26.10.2026 - 13:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben ihre Prognose für 2027 vorgelegt. Das Ergebnis belastet den Bundeshaushalt stärker als eingeplant.
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben am Montag ihre Finanzierungsprognose für die staatliche Förderung erneuerbarer Energien im Jahr 2027 veröffentlicht. Demnach liegt der Bedarf bei 17,52 Milliarden Euro und damit rund eine Milliarde Euro über dem Ansatz von 16,5 Milliarden Euro, den Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) im Haushaltsentwurf für 2027 eingeplant hat.
Erneuerbare Energien lassen Strompreise purzeln
Die höhere Prognose trifft auf einen bereits laufenden politischen Konflikt über die künftige Ausgestaltung der Subventionen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die Förderung begrenzen und enger an den Netzausbau knüpfen. Die Branche hingegen warnt vor einem Abwürgen der Energiewende.
Wie hoch der staatliche Zuschuss ausfällt, hängt maßgeblich von den Preisen an der Strombörse ab. Das Prinzip dahinter: Erzielen Betreiber von Wind- und Solaranlagen niedrige Erlöse, muss der Staat die Differenz zu den gesetzlich garantierten Vergütungen ausgleichen. Fallen die Börsenpreise also gering aus, steigt der Finanzierungsbedarf entsprechend.
Einspeisevergütung soll abgeschafft werden
Vor allem durch die Vielzahl an kleinen, privaten Solaranlagen auf Hausdächern in Deutschland sinken die Strompreise an der Strombörse in den Frühlings- und Sommermonaten immer stärker ab. Am 1. Mai 2026 wurde ein Rekord von –500 Euro pro Megawattstunde geknackt. Insbesondere diese Anlagen erhalten besonders hohe Einspeisevergütungen, vor allem ältere Anlagen belasten den Haushalt stark.
Auch das will Reiche mit einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ändern und die feste Einspeisevergütung für Solaranlagen ab 2027 abschaffen. An den Altlasten ändert dies allerdings nichts – die Vergütung erhalten Solarbesitzer garantiert für 20 Jahre.