Eintagsfliege oder Trendwende? Fernando Alonso wieder in den Punkten
(Motorsport-Total.com) - Mit seinem achten Platz beim Grand Prix von Bahrain in Sepang konnte Fernando Alonso das bislang beste Saisonergebnis für Aston Martin einfahren. Dabei hatte das Team rund um Adrian Newey am Anfang des Rennens die völlig falsche Entscheidung getroffen.
Bei Mischbedingungen war Alonso mit Slicks in den Grand Prix gestartet, während man Teamkollege Lance Stroll in den Einführungsrunden an die Box holte, um ihm Intermediates auf den AMR26 zu schrauben. Dementsprechend schlecht sah es zeitweise für den dienstältesten Formel-1-Fahrer aus, auch wenn er sich unverhofft einem Top-Auto messen konnte.
"Wir waren schneller als die Ferraris", so die Schilderung des Aston-Martin-Piloten. Auch die beiden Boliden aus Maranello waren mit Slicks gestartet. "Ich habe Hamilton überholt, mich von ihm abgesetzt und dachte mir: 'Okay, das läuft ja ganz gut.'"
Trotz der Fehlentscheidung wurde Alonso dank eines Safety-Cars wieder in den Kampf um die Punkte gespült. Hier konnte der zweimalige Weltmeister die neu gefundenen Stärken des AMR26 ausspielen und sich an Esteban Ocon oder Arvid Lindblad vorbeikämpfen.
So gelang es Alonso, sich bis auf Platz 10 vorzuarbeiten.
Ein technisch bedingter Ausfall von George Russell und eine Unaufmerksamkeit von Lando Norris bescherten dem Aston-Martin-Fahrer letztlich Platz acht. Bis zum Rennende musste sich der zweimalige Champion gegen den amtierenden Weltmeister verteidigen.
"[Die Pace] war okay", so Alonso über seinen AMR26, "aber ich hatte mit viel Übersteuern zu kämpfen. Wir haben eine kleine Anpassung am Frontflügel vorgenommen, doch auch das hat nicht wirklich geholfen. Mit dem Resultat bin ich also zufrieden, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns."
Gegenüber der spanischen Presse betont Alonso, dass er sich von der Pace seines Boliden in Sepang eigentlich mehr erhofft hatte. Zumindest das Leistungsdefizit der Power-Unit von Honda war auf dem Ersatzkurs für den Grand Prix von Bahrain nicht ansatzweise so problematisch wie etwa noch in Monza oder Baku.
Dazu passend betont Einsatzleiter Mike Krack: "Wir haben nicht die Pace, um regelmäßig in die Punkte zu fahren. Wir müssen Chancen dann ergreifen, wenn sie sich ergeben, und genau das haben wir heute getan."
Alonso erwähnt zudem, dass die Performance des Autos in Sepang streckenspezifisch war. In Singapur, so seine Prognose, dürfte der Charakter der Strecke dem AMR26 sogar noch besser liegen. "[Aber] dann gibt es Rennwochenenden", so Alonso, "an denen wir einfach nicht konkurrenzfähig sind, und das müssen wir akzeptieren."
Laut Krack müsse das Team mit solch schwankender Pace auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Zudem müsse das Team, so seine Einschätzung, genau analysieren, wieso man ausgerechnet hier konkurrenzfähig war und welche Lehren daraus zu ziehen sein könnten.