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Eintracht Braunschweig

Sport

2. Bundesliga

Braunschweig kassiert Klatsche gegen Hertha nach 2:0-Führung

Stand: 28.08.2026 22:00 Uhr

Wieder Drama bei Eintracht Braunschweig. Die "Löwen" hatten am Freitagabend in der 2. Bundesliga gegen Hertha BSC Berlin lange alles im Griff, kamen am Ende aber doch noch mit 3:5 (2:2) völlig unter die Räder.

von Alex von Kuczkowski

Yann Sturm (10.) und Kevin Ehlers (33.) hatten die Niedersachsen 2:0 in Führung gebracht. Alles sah nach einem souveränen Heimsieg aus. Aber dann traf die "Alte Dame" innerhalb von neun Minuten dreimal (44./45.+4/53.) und drehte das "Schützenfest" noch zu ihren Gunsten. "Das war ein wildes Spiel. Das war nicht das Gesicht, das wir zeigen wollen. Dass wir in den letzten zwei Spielen neun Gegentore bekommen haben, ist natürlich schlecht", schimpfte Eintracht-Trainer Lars im NDR Interview nach Abpfiff. Für sein Team war es die dritte Pflichtspielheimniederlage in Folge.

Dem tollen 6:1 zum Liga-Start in Magdeburg folgte das 0:1 gegen den VfL Bochum, das 2:4 im DFB-Pokal gegen Union Berlin und nun die Pleite gegen Hertha. In Braunschweig ist schnell wieder Ernüchterung eingekehrt. Am 6. September geht es jetzt zum Niedersachsen-Derby zum VfL Osnabrück (13.30, im NDR Livecenter).

Yann Sturm mit der Führung

Kornetka nahm am Freitagabend im Vergleich zum DFB-Pokalspiel in der Vorwoche nur eine Änderung in der Startelf vor: Sturm kam für Junior Zé neu rein.

Ein genialer Schachzug. Denn genau dieser Sturm machte seinem Name früh alle Ehre. Der Linksaußen, im Sommer neu vom SC Freiburg gekommen, luchste Hertha-Verteidiger Niklas Kolbe beim Spielaufbau den Ball ab, lief dann allein auf das Berliner Tor zu und schloss eiskalt ab - 1:0 (10.).

Wenig später hatte Sturm sogar das 2:0 auf dem Fuß. Nach feinem Pass von Maximilian Entrup stand der 21-Jährige wieder allein vorm Tor, verdribbelte sich aber diesmal statt sofort den Abschluss zu suchen (27.). Auch Max Marie nutzte eine gute Torchance nicht (29.).

Kevin Ehlers erhöht auf 2:0

Dann musste es halt ein Innenverteidiger richten! Nach Ecke Aaron Opoku schraubte sich Ehlers unbedrängt in die Luft und köpfte den Ball mit Hilfe des rechten Innenpfostens zum 2:0 in die Maschen (33.). Und kurz darauf rettete Ehlers auch noch im eigenen Strafraum in höchster Not gegen Sebastian Grönning (35.).

Pure Ekstase bei den "Löwen"-Fans im Stadion an der Hamburger Straße. Endlich mal ein Eintracht-Spiel ohne Drama?

Hertha gleicht in nur fünf Minuten aus

Nein, natürlich nicht. Erst vergab Opoku eine Riesen-Chance zum 3:0 (41.). Dann schlug Hertha innerhalb von fünf Minuten zweimal zu und glich völlig überraschend aus.

Jon Dagur Thorsteinsson besorgte mit einem unglücklich von Lukas Frenkert abgefälschten Schuss den Anschluss (44.). Und dann wurde es völlig verrückt: Nach Ecke Braunschweig verlor erst Sommer den Ball und Mehmet Aydin danach seine Körperkontrolle. So konnte Josip Brekalo die Kugel aus knapp 40 Metern (!) stark angeschnippelt am herauseilenden Eintracht-Keeper Ron-Thorben Hoffmann zum 2:2 vorbeizirkeln (45.+4). Unfassbar.

Lars Kornetka wechselt doppelt

Nach dem späten Schock in der ersten Halbzeit wollte Kornetka neue Impulse setzen und brachte nach dem Wechsel mit Lino Tempelmann (für Samuel Di Benedetto) und Jan Urbich (für Entrup) gleich zwei frische Kräfte.

Das änderte aber wenig. Hertha wollte das Spiel jetzt komplett drehen. Zum Glück für die Eintracht klärte Aydin den Kopfball von Thorsteinsson nach einer Ecke auf der Linie (48.).

Eigentor von Ehlers zum 2:3

Damit war das Glück aber offenbar aufgebracht. Jetzt kam auch noch Pech dazu. Nach einer Flanke von rechts des überragenden Thorsteinsson wollte Ehlers per Grätsche retten, lenkte den Ball aber ins eigene Tor - 2:3 (53.). Erst war er der gefeierte Held, nun die tragische Figur.

Auch Tempelmann agierte unglücklich. Der eingewechselte Mittelfeldrenner hielt Kolbe bei einer Ecke zu stark fest - Elfmeter für Berlin. Brekalo nahm das weitere Geschenk gern an, 2:4 (69.).

Herthas Torhunger war damit noch nicht gestillt. Oluwaseun Adewumi stellte noch auf 2:5 (87.). Jetzt war es eine Klatsche für Braunschweig. Daran änderte auch die Ergebniskosmetik von Urbich nichts mehr (88.). 3:5 nach 2:0. Was für ein mieser Abend für die Eintracht.

"Gegen den Ball war das heute gar nichts", bemängelte Ehlers. "Wir bekommen die Gegentore zu einfach. So darf das nicht wieder passieren."

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