Eintracht Braunschweig
Nordduell in der 2. Liga
Effizienter VfL Osnabrück schlägt Eintracht Braunschweig
Stand: 06.09.2026 16:05 Uhr
Der VfL Osnabrück hat das Zweiliga-Niedersachsenduell mit Eintracht Braunschweig für sich entschieden. Der Aufsteiger bezwang die "Löwen" am Sonntagnachmittag mit 3:1 (0:0) und fügte dem BTSV die vierte Pflichtspielpleite in Folge zu.
von Hanno Bode
Daniel-Kofi Kyereh (52.), Bjarke Jacobsen (76.) und Robin Meißner (80.) trafen für das Team von Coach Timo Schultz, das damit seinen zweiten Erfolg im vierten Spiel feierte. Eine erhebliche Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt zeichnete verantwortlich für den Erfolg gegen nach der Pause abbauende Braunschweiger, für die Yann Sturm erfolgreich war (88.).
Schultz freut sich über den "Fun-Park Bremer Brücke"
"Wir haben heute ein ehrliches Fußballspiel gesehen, mit leichten Vorteilen von Braunschweig in der ersten Hälfte und einer richtig guten Mannschaft des VfL Osnabrück in der zweiten", sagte Schultz dem NDR. "Ich hoffe, dass wir nach den zwei Siegen keine Achterbahnfahrt hinlegen. Mir gefällt das Motto: 'Fun-Park Bremer Brücke'. Wenn wir das nächste wieder hinbekommen, wird das ein geiles Spiel."
Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, im NDR Livecnter) empfängt der VfL Hertha BSC.
Hoffmann: "Kann den Unmut der Fans total verstehen"
Der Spaßfaktor ist bei der Eintracht meilenweit entfernt. "Vier Niederlagen am Stück sind brutal. Es ist enttäuschend, ich kann den Unmut der Fans total verstehen. Wir fragen uns selbst, wie so etwas passieren kann", sagte Eintracht-Torwart und -Kapitän Ron-Thorben Hoffmann. "Nach dem 0:1 darf man nicht so in die Einzelteile zerfallen."
Osnabrück nach Bayern-Spiel mit schweren Beinen
Es war noch nicht einmal eine halbe Stunde im Stadion an der Bremer Brücke absolviert, da schickte Schultz seine Auswechselspieler bereits zum Warmmachen hinter das eigene Tor. Ein klares Indiz für die Unzufriedenheit des 49-Jährigen mit dem Auftritt seiner Elf, die bis dahin offensiv überhaupt nicht stattfand und auch in der Arbeit gegen den Ball so ihre Probleme hatte.
Vier Tage nach dem Pokal-Duell mit Rekordchampion FC Bayern München (1:4) fiel den "Lila-Weißen" die Rückkehr in den Liga-Alltag schwer. Osnabrück fehlte - so machte es zumindest den Eindruck - die mentale und körperliche Frische. Insbesondere in der Vorwärtsbewegung enttäuschten die Hausherren im ersten Abschnitt auf ganzer Linie. Eine Torchance für den VfL? Gab es vor der Pause nicht!
Hoti verfehlt Braunschweiger Führung knapp
Braunschweig - unter der Woche nicht im Pokal-Einsatz - zeigte sich hingegen gut erholt von drei Pflichtspiel-Pleiten in Folge. Der BTSV kombinierte zwar auch nur selten wie aus einem Guss, zeigte ingesamt aber den strukturierteren Vortrag und kam zu einigen Abschlüssen.
Zur Halbzeit schlugen 11:1-Torschüsse für die "Löwen" zu Buche. Richtig gefährlich wurden sie allerdings nur einmal, als Andi Hoti mit seinem noch abgefälschten Abschluss am Pfosten scheiterte (21.). Alles andere, was auf seinen Kasten geflogen kam, konnte Torhüter Jonas Krumrey ohne größere Probleme parieren.
Kyereh lässt die Bremer Brücke beben
Schultz wechselte zur zweiten Hälfte Kyereh für Fridolin Wagner ein und bewies damit ein goldenes Händchen. Denn der frühere Nationalspieler Ghanas stand nach einem Eckball, der ihm über Umwege vor die Füße fiel, goldrichtig und staubte aus der Nahdistanz zum 1:0 ab. Für den 30-Jährigen war es sein erstes Tor im Profifußball seit dem 9. Oktober 2022. Seinerzeit war er für den SC Freiburg im Bundesliga-Spiel gegen Hertha BSC (2:2) erfolgreich gewesen.
Das Braunschweiger Abwehrverhalten? Es war zum wiederholten Male in der noch noch jungen Saison nach einem ruhenden Ball - gelinde ausgedrückt - verbesserungswürdig. Schon beim 3:5 in der Vorwoche gegen die Hertha aus Berlin hatte die Eintracht zwei Treffer nach Eckbällen kassiert.
Doppelschlag sorgt für Entscheidung
Kyereh hatte nun Geschmack am Toreschießen gefunden. In der 63. Minute nahm der im Sommer aus Freiburg zum VfL gewechselte Offensivmann aus der Distanz Maß, fand seinen Meister aber in Keeper Ron-Thorben Hoffmann. Dessen Vorderleute brachten nach dem Gegentor zum 0:1 im Vorwärtsgang nicht mehr viel Konstruktives zustande.
Ganz anders Osnabrück. Die Schultz-Elf brannte zwar noch immer kein Offensiv-Feuerwerk ab, agierte nun aber insgesamt viel zwingender als der BTSV. Jacobsen per Kopf nach einem Eckstoß von Adrian Beck und Meißner per Abstauber sorgten für die Entscheidung zugunsten des Aufsteigers, der zumindest in Hälfte zwei an seinen leidenschaftichen Pokal-Auftritt gegen die Bayern anknüpfen konnte.
Braunschweig, das durch einen Linksschuss von Sturm noch zum Anschlusstreffer kam, war nicht viel schlechter als der VfL - aber nicht so effizient.