DAX +0,59 % 25.510,42 Pkt 14:51:12 MDAX +0,90 % 32.395,16 Pkt 14:51:12 Euro Stoxx 50 -0,41 % 6.263,77 Pkt 14:51:00 Dow Jones +1,03 % 52.747,32 Pkt 23:10:23 S&P 500 +0,21 % 7.428,78 Pkt 23:10:14 Nasdaq -0,22 % 24.876,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -1,49 % 61.434,19 Pkt 08:45:03 Gold +1,10 % 4.080,50 USD 14:56:00 Silber +0,26 % 57,45 USD 14:56:04 Brent +6,96 % 89,94 USD 14:55:30 WTI +6,71 % 84,58 USD 14:56:11 Bitcoin +0,48 % 64.179,15 USD 15:06:02 EUR/USD +0,11 % 1,13820 USD 15:05:21 EUR/GBP +0,13 % 0,85650 GBP 15:06:12 EUR/CHF +0,14 % 0,93270 CHF 15:06:12 EUR/JPY +0,09 % 186,351 JPY 15:06:12

Einzelhandel denkt über Trinkgeld bei Kartenzahlung nach

Wirtschaft

TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Wer im Restaurant mit Karte zahlt, kennt die Frage längst: „Möchten Sie Trinkgeld geben?“ Jetzt könnte die digitale Trinkgeld-Abfrage bald auch im Einzelhandel auftauchen. Erste Händler testen das Modell bereits. Doch viele Kunden reagieren skeptisch – und Verbraucherschützer warnen vor neuem Druck an der Ladenkasse. Plötzlich Trinkgeld im Schuhgeschäft? Wer sich im Geschäft beraten lässt, könnte künftig immer häufiger zur Kasse gebeten werden – und zwar nicht nur für die Ware. Der Handelsverband für Textil, Schuhe und Lederwaren hält es für denkbar, dass digitale Trinkgeld -Abfragen auch im Modehandel Schule machen. Die Idee dahinter: Gute Beratung soll belohnt werden. Verkäufer helfen bei der Größenwahl, holen Ware aus dem Lager oder geben Pflegetipps. Moderne Kartenterminals machen es technisch leicht, direkt beim Bezahlen ein Trinkgeld auszuwählen. Ganz neu ist das nicht: In Filialen der Schuhketten Aktiv Schuh und Shoe City werden Kunden bei Kartenzahlungen bereits nach einem freiwilligen Zuschlag gefragt. Das Geld wird laut Unternehmen unter den Beschäftigten verteilt. Auch andere Händler testen das Konzept intern, um zu sehen, wie Kunden darauf reagieren. Die meisten Kunden sagen „Nein“ Eine repräsentative YouGov-Umfrage zeigt allerdings: Die Mehrheit hält wenig von Trinkgeld im Einzelhandel. Nur 27 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, bei guter Beratung zusätzlich Geld zu geben. Rund zwei Drittel lehnen das komplett ab. Nur jüngere Kunden zeigen sich offener. Dennoch sehen Experten bislang keinen echten Trend. Große Handelsketten wie Galeria, Bauhaus, H&M oder Deichmann planen nach aktuellem Stand keine flächendeckende Einführung solcher Abfragen. Besonders in Supermärkten oder Discountern, wo Schnelligkeit an der Kasse zählt, gelten Trinkgeld-Abfragen als unpraktisch. Gewerkschaften schlagen Alarm Kritik kommt von mehreren Seiten. Die Gewerkschaft Verdi warnt davor, dass Unternehmen die Verantwortung für faire Löhne auf Kunden abwälzen könnten. Gute Bezahlung müsse über Tariflöhne geregelt werden – und nicht über freiwillige Zuschläge an der Kasse. Auch Verbraucherschützer sehen Gefahren. Wer beim Bezahlen plötzlich vor den Optionen „3 Prozent“, „5 Prozent“ oder „7 Prozent“ steht, könnte sich unter Druck gesetzt fühlen. Problematisch wird es laut Experten vor allem dann, wenn die Ablehnung kompliziert ist oder der Eindruck entsteht, Trinkgeld sei quasi Pflicht.

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