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Eishockeyverein nimmt Chrupalla in Schutz

Sport

WEISSWASSER. Der Eishockeyverein Lausitzer Füchse hat den AfD-Chef Tino Chrupalla in Schutz genommen, nachdem Gästefans aus Düsseldorf gegen seinen Besuch bei einem Heimspiel protestiert hatten. Chrupalla sei Einwohner der Region und besuche häufiger die Spiele des Vereins als regulärer Zuschauer mit erworbenen Eintrittskarten. „Wir beurteilen unsere Zuschauer nicht nach ihrer politischen Zugehörigkeit oder persönlichen Überzeugung“, teilte der Verein mit.

Zwar sei der Parteivorsitzende nicht auf Einladung des Clubs gekommen, aber für die Eishockeyspieler gelte grundsätzlich, dass die Eisarena Weißwasser allen Besuchern offensteht, „sofern sie die geltenden Regeln einhalten und kein Stadionverbot gegen sie vorliegt“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins vom Sonntag.

Der Club selbst stehe zwar „für Weltoffenheit, Toleranz und einen respektvollen Umgang miteinander“. Er wolle aber, dass sich Fans und Gäste „unabhängig von ihrer persönlichen Herkunft oder Überzeugung“ willkommen fühlen. „An diesen Grundsätzen orientieren wir unser Handeln.“

Banner wegen „möglicher Eskalation“ nicht entfernt

Als Chrupalla das Spiel am vergangenen Freitag gemeinsam mit dem Bundesvorsitzenden der Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm (AfD), besuchte, schwenkten linke Protestierer in der Halle ein Banner mit der Aufschrift „DEG Fans gegen Rechts“. Die Abkürzung steht für Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft.

Der Geschäftsführer der Lausitzer Füchse, Dirk Rohrbach, gab die Anweisung, das Banner der angereisten Westdeutschen zu entfernen. Der Sportclub wolle das Stadion nicht zum Austragungsort parteipolitischer Auseinandersetzungen machen, heißt es in der Stellungnahme. „Deshalb verfolgen wir den Grundsatz, politische Botschaften und parteipolitische Positionierungen auf Spruchbändern im Stadion unabhängig von ihrer politischen Richtung und ihrem konkreten Inhalt nicht zuzulassen.“

Der Verein respektiere die freie Meinungsäußerung, doch müsse er als Veranstalter auch Regeln für den Ablauf der Spiele und die Nutzung des Stadions festlegen. „Dabei unterscheiden wir zwischen dem persönlichen Besuch eines Spiels und einer gezielten politischen Positionierung im Stadion.“ Letztlich wurde jedoch darauf verzichtet, das Banner entfernen zu lassen, „um eine mögliche Eskalation im Gästeblock und in der Arena zu vermeiden“. Es folgte eine Welle der Empörung gegen den Verein im Internet.

Chrupalla holt fast 50 Prozent der Stimmen

Chrupalla wurde 1975 in Weißwasser geboren und wuchs im gleichnamigen Kreis auf. Sein heutiger Wohnort befindet sich nur wenige Kilometer von Weißwasser entfernt.

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