Eisschnelllauf: DESG sagt außerordentliche Verbandsversammlung kurzfristig ab
Das Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) um Präsident Matthias Große hat die für Samstag in Dresden geplante außerordentliche Verbandsversammlung abgesagt. Das geht aus einem offiziellen Schreiben der DESG vom Donnerstag (15. Oktober) hervor, das SPORT IM OSTEN vorliegt. Die Verbandsversammlung ist jetzt auf den 13. Februar 2027 verschoben worden.
Gründe für die Absage gibt es aus Sicht des DESG-Präsidiums viele: So wird dem Thüringer Eis- und Rollsportverband (TERV) vorgeworfen, im Vorfeld der Versammlung den gerichtlichen Weg beschritten zu haben. Inhaltlich geht es dabei um einen Eilantrag, um die Abwahl des Präsidiums auf die Tagesordnung zu bekommen. Den Anfang September verschickten Abwahlantrag hatte das Präsidium ignoriert.
Konflikt um Präsidiumsmitglied
Außerdem wird der Konflikt um ein Präsidiumsmitglied benannt, der - angeblich ungefragt - im Führungs-Team der Opposition aufgeführt worden sei. Bei diesem Mitglied handelt es sich um Christoph Zepernick, Vizepräsident Shorttrack. Hier steht allerdings Aussage gegen Aussage.
Abschließend wurde der fehlende Bescheid des Fördermittelgebers genannt, also die Info, welche Bundesstützpunkte für den nächsten Olympiazyklus finanziert werden. Laut Kanzleramt soll der Bescheid aber eigentlich noch in dieser Woche kommen.
Thüringer Verband will außerordentliche Mitgliederversammlung beantragen
Der Thüringer Verband hat bereits reagiert und angekündigt, kurzfristig eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu beantragen. Dieses Vorhaben müsste von 25 Prozent der DESG-Mitglieder unterstützt werden. Ist das der Fall, würde diese Versammlung noch in diesem Jahr stattfinden und hätte wohl nur einen zentralen Tagespunkt: die Abstimmung über die Abberufung des Präsidiums.
Bundesstützpunkt Erfurt im Fokus
Der Streit zwischen dem Thüringer Verband und Aktiven auf der einen und der DESG-Spitze auf der anderen Seite dauert seit Monaten an. Im Kern geht es um die Schließung des Bundesstützpunkts in Erfurt.
Eine neue Athletenvereinbarung sollte festschreiben, dass sich einige Top-Eisschnellläufer aus Thüringen, darunter auch der mehrmalige Junioren-Weltmeister Finn Sonnekalb, den anderen Stützpunkten in Inzell und Berlin anschließen. Jene hatten die Athleten "ausdrücklich unter Protest" unterzeichnet.