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Eklat durch Verteidiger im Mordfall Fabian

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Verteidiger sorgt im Mordfall Fabian mit Vergleich für Eklat – Staatsanwalt spricht von „Unverschämtheit“

Von: Christoph Gschoßmann

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Ein Vergleich mit dem Eiskeller-Justizskandal heizt den Mordprozess um Fabian auf – und der Verteidiger rudert danach schnell zurück.

Rostock – Am 15. September 2026 sitzt Gina H. zum 28. Mal auf der Anklagebank im Landgericht Rostock. Stundenlang muss sich die 30-Jährige bohrender Befragung stellen, verstrickt sich in Widersprüche – und dann fällt kurz vor Schluss ein Schlagwort, das in der deutschen Justizgeschichte für einen der größten Skandale der jüngeren Zeit steht: Eiskeller.

Verteidiger Andreas Ohm, der Gina H. gemeinsam mit Thomas Löcker verteidigt, reagiert auf die Ankündigung von Oberstaatsanwalt Harald Nowack, beim nächsten Termin möglicherweise den psychiatrischen Gutachter zu hören. Ohm sagt, er wisse davon noch nichts, und fügt in Richtung des Vorsitzenden Richters Holger Schütt hinzu: „Nicht, dass wir hier einen neuen Eiskeller-Fall bekommen.“ Schütt fragt nach. Ohm rudert zurück.

Staatsanwalt Nowack im Fabian-Prozess: Verteidiger „hat irgendwelche Sachen von sich gegeben“

Der Eiskeller-Prozess gilt als Justizskandal: Eine junge Frau wurde im Oktober 2022 nach einem Diskothekenbesuch im oberbayerischen Aschau tot aufgefunden. Ein Student saß dafür über 940 Tage in Haft – bis der Bundesgerichtshof das Urteil im April 2025 aufhob, weil die vorsitzende Richterin heimlich mit der Staatsanwaltschaft kommuniziert hatte. Im zweiten Verfahren folgte der Freispruch.

Gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media räumt Nowack im Telefoninterview ein, dass er Ohms Satz im Gerichtssaal akustisch gar nicht richtig verstanden hat. „Der hat wahrscheinlich einfach nur aufgrund der Länge der Hauptverhandlungen da irgendwelche Sachen von sich gegeben“, sagt er. Der Vorsitzende habe Nowack auch noch einmal dazu gefragt, worauf er geantwortet habe: „Nö, nicht so wichtig.“ Erst ein Reporter habe ihn nach der Verhandlung draußen auf den Vergleich angesprochen und ihm erklärt, worum es beim Eiskeller-Skandal geht. Sein Urteil: „Es wäre eine Unverschämtheit, wenn er das so gemeint hat.“

Ohm selbst relativiert den Vergleich ebenfalls. Die Äußerung sei „eine spontane Eingebung ohne großen Hintergrund“ gewesen und habe „keinen ernst gemeinten Hintergrund“ gehabt. Als einzige echte Parallele zum Eiskeller-Fall nennt er, dass es sich auch im Mordfall Fabian um einen reinen Indizienprozess handelt – eine Tatwaffe wurde bis heute nicht gefunden.

Mordfall Fabian: Angeklagte Gina H. verstrickt sich in Widersprüche

Dabei hatte der 28. Prozesstag schon genug Stoff geboten. Richter Schütt konfrontierte Gina H. gleich mehrfach mit Ungereimtheiten: Warum behauptete sie, am Tattag in Güstrow Geld abheben zu wollen – obwohl die Kontoauszüge zeigen, dass sie das Geld erst deutlich später abholte? Warum log sie auch Fabians Vater über ihren Aufenthaltsort an? „Vieles stellt sich als unwahr heraus“, fasst Schütt am Ende zusammen. Auch Fabians Mutter Dorina L. wendet sich direkt an die Angeklagte und fragt unter Tränen: „Warum musste er sterben?“ Das Gericht unterbricht den Ausbruch. Gina H. beharrt: „Ich war es nicht.“

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