Eklat: Europa Passage stoppt Besucher mit Pride
Ausgerechnet am Tag des Hamburger Christopher Street Days mit seinem Rekord-Zulauf von rund 300.000 Menschen ist mehreren Personen der Zutritt zur Europa Passage verweigert worden – weil sie sichtbar Regenbogenfahnen, das Symbol der queeren Community, trugen. Die Polizei musste mehrfach anrücken – und sorgte schließlich dafür, dass die Praxis beendet wurde. Hamburgs Innenstadt ist am Samstag voller Regenbogenfahnen – doch an mehreren Eingängen der Europa Passage waren sie offenbar unerwünscht. Ein MOPO-Leser berichtet, er habe beobachtet, wie Besucher vom Sicherheitsdienst aufgefordert wurden, ihre Fahnen einzurollen oder zu verdecken. Drei Männern sei sogar ein Hausverbot ausgesprochen worden, weil sie ihre Fahne nicht abnehmen wollten. Polizei musste mehrfach ausrücken Anzeige Die Polizei bestätigt die Vorfälle. Einsatzkräfte seien mehrfach wegen Streitigkeiten beim Betreten des Einkaufszentrums gerufen worden, teilte die Pressestelle auf MOPO-Anfrage mit. Nach ersten Erkenntnissen habe der Sicherheitsdienst Menschen mit sichtbaren Regenbogenflaggen an zwei Seiteneingängen wiederholt den Zutritt verweigert. Die Betroffenen seien aufgefordert worden, ihre Fahnen einzurollen oder nicht sichtbar zu tragen. Der Sicherheitsdienst habe sich dabei gegenüber den Besuchern und der Polizei auf das Hausrecht berufen. Besonders brisant: Das Einkaufszentrum liegt direkt neben dem CSD-Straßenfest, das sich rund um Binnenalster, Rathausmarkt, Jungfernstieg und Ballindamm erstreckt. Auf dem Dach der Europa Passage weht selbst eine Regenbogenfahne. Anzeige Nach dem letzten Einschreiten der Polizei wurde die umstrittene Praxis nach deren Kenntnis schließlich eingestellt. Weshalb der Sicherheitsdienst die Fahnen ausgerechnet am CSD zunächst nicht in der Passage dulden wollte, blieb zunächst unklar. Das Centermanagement ist außerhalb der Geschäftszeiten am Wochenende nicht zu erreichen.