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Eklat im Wahlkampf in Sachsen

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Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Wirbel um Hallervorden-Auftritt bei CDU-Kandidat Schulze

Von: Christoph Gschoßmann

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Hallervorden zeigt auf einer CDU-Veranstaltung ein Gaza-Demo-Bild – und löst damit einen Streit zwischen Bundes- und Landespartei aus.

Dessau – Er kennt Unfreiheit aus eigener Erfahrung: 1958 floh Dieter „Didi“ Hallervorden aus der DDR nach West-Berlin – die eingeschränkte Meinungsfreiheit im Arbeiter-und-Bauernstaat hatte ihn vertrieben. Heute, mit 90 Jahren, steht der in Dessau geborene Kabarettist wieder auf einer Bühne in seiner sachsen-anhaltischen Heimat – dieses Mal neben CDU-Ministerpräsident Sven Schulze im Wahlkampf vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Und er sorgt für mächtigen Wirbel.

Unter dem Motto „Kultur braucht Freiheit“ touren Hallervorden und Schulze durch Sachsen-Anhalt. Der Stein des Anstoßes: In einem Hintergrundvideo zu einer Gesangseinlage Hallervordens taucht kurz ein Foto einer Demonstration mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ auf. Die CDU-Bundesspitze reagiert prompt. Generalsekretärin Franziska Hoppermann stellt gegenüber der Bild klar: „Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza, wir stehen an der Seite Israels und der Ukraine im Kampf gegen den Terror und Aggression.“

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Schulze „möchte auch Gegenrede haben“

Schulze selbst lässt sich nicht beirren. Der Ministerpräsident verteidigt das ungewöhnliche Format: „Ich möchte kein Land regieren, wo ich das Gefühl habe, hoffentlich sprechen sie alle das, was ich sage. Sondern ich möchte schon auch Gegenrede haben.“

Hallervorden ist kein politischer Neuling. Der Dessauer gründete 1960 in West-Berlin das politisch-satirische Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“ und ist dort bis heute künstlerischer Leiter. Seit 2007 ist er Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Dessau – wo er kommenden Montag vor rund 600 angemeldeten Zuschauern auftreten wird. Naumburg folgt danach.

Sein Engagement im Wahlkampf hat einen klaren Auftrag: Er will verhindern, dass die AfD regieren kann. „Wenn SPD, Grüne und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, kann die AfD bereits mit 40 Prozent die absolute Mehrheit erreichen. Das möchte ich unbedingt verhindern“, sagte er der dpa. Fünf Wochen vor der Wahl führt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei laut Umfragen deutlich vor der CDU.

Hallervorden: Merz auf den Mond schicken

Hallervorden spart dabei auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius nicht aus. In einem Song richtet er sich direkt an beide: „Wenn ihr glaubt, dass Krieg sich lohnt, kämpft doch dort, wo keiner wohnt. Kämpft gefälligst auf dem Mond!“ Für Schulze macht er dennoch eine Ausnahme: „Ich würde, wenn das hier Bundesebene wäre, für Friedrich Merz keine Reklame machen, das ist hier bei Sven anders.“

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