Elbtower: Verhandlungen mit Investoren stocken - kein Weiterbau in Sicht
Stand: 22.08.2026 13:00 Uhr
Seit über einem Jahr sucht der Hamburger Investor Dieter Becken nach Teilhabern, die den Elbtower realisieren. Doch ein Ende des Baustopps ist weiterhin nicht in Sicht. Die Investoren fordern offenbar politische Zugeständnisse. In der Hamburger SPD mehren sich skeptische Stimmen.
Seit Dezember 2024 verhandelt ein Konsortium um den Immobilieninvestor Dieter Becken mit dem Insolvenzverwalter Torsten Martini über den Kauf und Weiterbau des halbfertigen Rohbaus am Ostende der Hafencity. Einer Eckpunktevereinbarung vom Oktober 2025 zufolge soll im Elbtower auch das geplante Naturkundemuseum untergebracht werden. Dafür würde die Stadt fast die Hälfte des Gebäudes zu einem Festpreis von 595 Millionen Euro übernehmen.
Kritische Stimmen aus der SPD
Doch in den Verhandlungen scheint es massiv zu stocken. Die Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) erklärte im Haushaltsausschuss, es gebe keinen neuen Stand. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) ergänzte in der Sitzung am Freitag, die Rahmenbedingungen für den Weiterbau seien nicht einfacher geworden. Er nannte die Entwicklungen von Zinsen und Baukosten. SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf sagte dem "Hamburger Abendblatt", die Wahrscheinlichkeit eines Einzuges des Naturkundemuseums in den Elbtower sei "momentan sehr gering".
Kienscherf: Elbtower ist ein privates Bauobjekt
Offenbar wünscht sich das Investorenkonsortium angesichts steigender Baukosten Zugeständnisse. "Wir sind bereit, über das Teileigentum zu reden, wenn es dazu dient, das Naturkundemuseum zu realisieren. Dazu haben wir bestimmte Bedingungen formuliert, die den Investoren seit Monaten vorliegen. Da wird es auch keinen Nachschlag geben", sagte Kienscherf dem "Abendblatt". "Der Elbtower war und ist ein privates Bauobjekt und kein Bürger in dieser Stadt muss befürchten, dass staatliches Geld zulasten der Steuerzahler reingeht."
Auch Kühne und Roßmann im Investorenkonsortium
Nach der Pleite der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko ruhen beim Elbtower seit Oktober 2023 die Bauarbeiten. Ursprünglich sollte der aktuell 100 Meter hohe Elbtower mit 64 Stockwerken und 245 Metern Höhe Deutschlands dritthöchstes Gebäude werden. Die aktuellen Pläne sehen eine Höhe von 199 Meter vor, wie aus dem Bauvorbescheid vom März dieses Jahres hervorgeht. An dem Investorenkonsortium sind neben Becken der Milliardär Klaus-Michael Kühne, die Versicherung Signal Iduna, das Bauunternehmen Adolf Lupp sowie der Gründer der Drogeriekette Rossmann, Dirk Roßmann, beteiligt.