DAX +0,03 % 26.331,07 Pkt 17:30:14 MDAX +0,26 % 32.335,17 Pkt 17:30:14 Euro Stoxx 50 -0,26 % 6.533,99 Pkt 17:30:00 Dow Jones -0,30 % 53.816,06 Pkt 18:10:41 S&P 500 -0,11 % 7.744,71 Pkt 18:10:40 Nasdaq -0,16 % 26.563,23 Pkt 18:10:36 Nikkei +0,83 % 67.524,06 Pkt 08:45:02 Gold +2,27 % 4.482,50 USD 18:00:41 Silber +1,91 % 66,01 USD 18:00:36 Brent -0,21 % 88,72 USD 18:00:38 WTI +0,01 % 83,21 USD 18:00:41 Bitcoin -0,35 % 63.332,44 USD 18:10:39 EUR/USD -0,07 % 1,15380 USD 18:10:20 EUR/GBP -0,06 % 0,85400 GBP 18:10:40 EUR/CHF +0,19 % 0,93680 CHF 18:10:41 EUR/JPY -0,02 % 183,723 JPY 18:10:41

Elektriker zieht bittere Renten-Bilanz: „Nach 41 Beitragsjahren bekomme ich 917 Euro“

Welt

Startseite Verbraucher Elektriker zieht bittere Renten-Bilanz: „Nach 41 Beitragsjahren bekomme ich 917 Euro“ Uns auf Google folgen 41 Beitragsjahre, 75 Prozent Erwerbsminderung – und 917 Euro Rente. Mauro Beleffi nennt das einen Verrat und schreibt an die Regierung. Fast fünfzig Jahre Arbeit und einundvierzig eingezahlte Beitragsjahre. Heute ist Mauro Beleffi 64 Jahre alt, hat einen anerkannten Grad der zivilen Erwerbsunfähigkeit von 75 Prozent und bezieht eine Nettorente von lediglich 917,37 Euro im Monat. Mit diesem Betrag muss er die Strom- und Gasrechnungen, den täglichen Einkauf, die Medikamente und unvorhergesehene Ausgaben bestreiten – und zudem seine Ehefrau mitversorgen. Von seinem Zuhause in Santarcangelo di Romagna (Italien) aus hat er deshalb beschlossen, an den Präsidenten der Republik, die Regierung, das Parlament und die Presse zu schreiben. Content-Partnerschaft Dieser Artikel von Ludovico Baviera entstand in Kooperation mit Corriere della Sera. Der Titel seines Briefes ist eine treffende Zusammenfassung seiner schwierigen Lage: „Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe Angst davor, lebend bis zum Monatsende zu kommen. Ich wollte, dass meine Geschichte gehört wird, ohne Mitleid oder Sonderrechte zu verlangen“, schreibt er. Er schildert ein Leben, das von viel Arbeit, Pflichtgefühl und dem Vertrauen geprägt war, dass sich am Ende des Berufslebens ein Mindestmaß an Sicherheit einstellen würde. Dieses Vertrauen sieht er nun erschüttert. „Ich habe immer meine Beiträge gezahlt, wie es von mir verlangt wurde, und nie nach Hintertüren gesucht“, betont Beleffi. Er beklagt, dass er trotz all der Jahre als Arbeiter und Selbstständiger als Rentner gezwungen ist, ständig zu rechnen und zu verzichten. Für ihn ist die Rente keine Gnade des Staates, sondern eine erarbeitete Gegenleistung. Genau deshalb empfindet er die aktuelle Situation als „Verrat an einem gesellschaftlichen Pakt“. Rentner „will gehört werden“: Ehemaliger Elektriker muss mit Mini-Rente auskommen Herr Beleffi, warum haben Sie sich entschieden, Ihre Geschichte öffentlich zu machen? „Weil ich angehört werden möchte. Ich verlange weder Mitleid noch Privilegien. Ich habe ein Leben lang gearbeitet, ich habe gezahlt, was von mir verlangt wurde, und dachte, dass ich, sobald ich in Rente gehe, zumindest auf würdige Verhältnisse zählen könnte. Stattdessen lebe ich heute mit etwas mehr als 900 Euro im Monat und muss jeden Monat entscheiden, worauf ich verzichten muss.“ Eine berufliche Laufbahn, die sehr früh begonnen hat. „Ich war 15 Jahre alt, als ich zunächst in der Gastronomie und dann als Elektriker tätig war, sowohl als Angestellter als auch als Selbständiger. Am Ende habe ich 41 Beitragsjahre angesammelt und konnte dank der Voraussetzungen für Frühversicherte und meiner Erwerbsunfähigkeit schließlich in Rente gehen, aber als ich den Betrag sah, war ich fassungslos.“ Ein Leben mit 917 Euro im Monat Was bedeutet es, nach einem ganzen Arbeitsleben mit 917 Euro im Monat zu leben? „Es bedeutet, alles nachzurechnen: die Rechnungen, den Einkauf, die Medikamente, die unvorhergesehenen Ausgaben. Auch meine Frau ist von mir abhängig. Der einzige positive Aspekt ist, dass die Wohnung uns gehört, ich also zumindest keine Miete zahlen muss, doch schon eine außerplanmäßige Ausgabe bringt das Familienbudget ins Wanken. Ich frage mich nicht, was ich mir leisten kann; im Gegenteil, ich muss mich immer fragen, worauf ich verzichten muss, um bis zum Monatsende zu kommen.“ Welche Erklärung hat man Ihnen gegeben? „Man hat mir gesagt, der Betrag hänge von den eingezahlten Beiträgen ab, aber ich habe eingezahlt, was von mir verlangt wurde, und keine Abkürzungen gesucht: Ich habe gearbeitet und Steuern gezahlt, in dem Glauben, es gebe noch einen Pakt: Du leistest deinen Teil und am Ende wird der Staat seinen leisten. Genau diesen Punkt stelle ich heute infrage.“ „Ein gebrochener Pakt“ und die Sorge um die Jüngeren In Ihrem Brief sprechen Sie ausdrücklich von einem „gebrochenen Pakt“. „Ja, denn die Rente sollte nicht als Geschenk betrachtet werden. Sie ist das Ergebnis eines Arbeitslebens. Wenn ein Mensch nach über vierzig Beitragsjahren nicht in der Lage ist, in Würde zu leben, dann betrifft das Problem nicht mehr nur einen Einzelfall, sondern es wird zu einer strukturellen Frage.“ Gratis für Sie: Der große Renten-Ratgeber So holen Sie das meiste aus Ihrer Rente. Versteckte Fehler vermeiden. Dies und viele Tipps von Renten-Profis finden Sie in unserem kostenlosen Ratgeber. Laden Sie sich HIER den Ratgeber kostenlos als PDF herunter Was würden Sie heute einem jungen Menschen sagen, der in die Arbeitswelt eintritt? „Diese Frage stelle ich mir oft. Wir sagen den jungen Leuten immer weiter, sie sollen studieren, arbeiten, Beiträge zahlen und Vertrauen haben, das jedoch erwidert werden muss. Ich verlange keine Almosen: Ich fordere schlicht, dass ehrliche Arbeit auch dann einen Wert hat, wenn der Zeitpunkt der Rente kommt, und dass man in einem Land leben kann, das diejenigen nicht in Verzweiflung zurücklässt, die ein ganzes Leben lang gearbeitet haben.“

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