Elektro-Lkw: Verband will Sonntagsfahrverbot für E-Trucks abschaffen
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Elektro-Lkw könnten einen entscheidenden Vorteil gegenüber Diesel-Brummis bekommen: freie Fahrt an Sonn- und Feiertagen! Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert eine Ausnahme vom Sonntagsfahrverbot für schwere E‑Lastwagen. Das Ziel: Elektro-Lkw attraktiver machen.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Elektro-Lkw. „Als weiteren Anreiz für einen schnellen Fahrzeughochlauf an E-Lkws sollten diese eine Sonntagsfahrterlaubnis erhalten“, heißt es in einem Positionspapier, das der Automobilwoche vorliegt . Der BDEW vertritt unter anderem große Energieversorger und Ladesäulenbetreiber.
Sonntagsfahrverbot gilt seit 1956
Zum Hintergrund: Das Sonntagsfahrverbot für schwere Lkw hat in Deutschland eine lange Tradition. Es gilt seit dem 1. Mai 1956 und soll unter anderem die Straßen vom Schwerverkehr entlasten sowie Lärm- und Abgasbelastungen am Ruhetag reduzieren.
Aktuell dürfen größere Lkw an Sonn- und Feiertagen zwischen 0 und 22 Uhr nicht fahren. Doch bereits heute kennt die Straßenverkehrsordnung zahlreiche Ausnahmen, etwa für frische Lebensmittel oder Pannen- und Bergungsfahrzeuge.
Warum E-Trucks eine Sonntagsfahrerlaubnis bekommen sollen
Elektro-Lkw könnten durch die Ausnahme deutlich häufiger rollen und damit besser ausgelastet werden als Diesel-Trucks. Für Speditionen wäre das ein zusätzlicher wirtschaftlicher Anreiz, auf batterieelektrische Antriebe umzusteigen. Gleichzeitig entstünde damit aber eine klare Ungleichbehandlung der Antriebsarten – fraglich, ob das rechtlich zulässig wäre.
E-Lkw in Deutschland noch wenig verbreitet
Von einer umfassenden Elektrifizierung des deutschen Lkw-Verkehrs kann bislang keine Rede sein. Zum Vergleich die Bestandszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts am 1. Januar 2026: Insgesamt waren fast vier Millionen Lkw (3.896.402) in Deutschland zugelassen, davon fuhr der Großteil (3.550.948 Lkw) mit Diesel. Dies entspricht einem Anteil von über 91 Prozent. Dagegen stehen 115.568 Elektro-Lkw , ein Anteil am Gesamtbestand von knapp 3 Prozent. Der Rest läuft mit Benzin, Flüssig- oder Erdgas.
E-Lkw-Kauf deutlich teurer
Der hohe Kaufpreis stellt für viele Speditionen eine Hürde dar: Während ein großer Diesel-Lkw für den Fernverkehr nach Zahlen von E-LKW24.de bereits für etwa 120.000 bis 160.000 Euro zu haben ist, zahlt man für einen vergleichbaren E‑Lastwagen zwischen 250.000 und 400.000 Euro.
Vorteil Elektro: Laut dem Branchenportal sparen Halter bei Strom, Maut und Wartung – so rechne sich der höhere Kaufpreis bereits nach einigen Jahren.