Element-Insolvenz: Versicherte warten weiter - kein Geld mehr 2026
Nach Element-Insolvenz Versicherungskunden müssen weiter auf ihr Geld warten Von t-online, mat 28.07.2026 - 12:50 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Hunderttausende Kunden sind von der Pleite des Berliner Versicherers betroffen. Mit einer Begleichung offener Forderungen können sie in diesem Jahr nicht mehr rechnen. Im vergangenen Jahr meldete der Berliner Versicherer Element Insolvenz an, im März wurde schließlich das Insolvenzverfahren eröffnet. Doch noch immer müssen Tausende Versicherte, die einen Schaden bei Element gemeldet hatten, auf ihr Geld warten. "Die bestehenden Ansprüche können derzeit noch nicht ausgezahlt werden", teilt Insolvenzverwalter Friedemann Schade in einer Meldung mit. Dies gelte auch für unbestrittene Forderungen. Grund sei, dass Schade erst alle angemeldeten Forderungen überprüfen müsse. Erst dann lasse sich feststellen, mit wie viel Geld die einzelnen Kunden rechnen können. Kein Geld mehr in diesem Jahr Schade betonte, am schnellstmöglichen Abschluss der Forderungsprüfungen zu arbeiten. Um den Prozess zu beschleunigen, hat Schade einen externen Schadensdienstleister mit der Bearbeitung der Schäden beauftragt. "Dennoch werden im laufenden Jahr voraussichtlich keine Auszahlungen mehr erfolgen", teilt Schade mit. Der Berliner Versicherer war vorwiegend als sogenannter White-Label-Anbieter tätig, agierte also meist im Hintergrund in Zusammenarbeit mit anderen Vermittlern und Versicherern. Viele der rund 320.000 Versicherten wussten so möglicherweise lange nicht, dass hinter ihren Policen Element steckte. Das Unternehmen geriet in Schwierigkeiten, nachdem mit der Hannover Rück ein wichtiger Rückversicherungspartner abgesprungen war. Sicherungsfonds geplant Als Konsequenz auf die Element-Pleite plant die Bundesregierung die Einrichtung eines speziellen Sicherungsfonds. Während es entsprechende Fonds für die Lebensversicherung (Protektor) und Krankenversicherung (Medicator) bereits gibt, gab es für Sachversicherer – also Anbieter von Hausrat-, Gebäude-, Kfz-, Rechtsschutz- oder Haftpflichtpolicen – kein entsprechendes Sicherheitsnetz. Verbraucherschützer wie der Vorstandssprecher des Bunds der Versicherten, Stephen Rehmke, bezeichneten die Einrichtung eines Sicherungsfonds als "großen Fortschritt". Kritik gibt es derweil aus dem Lager der Versicherungswirtschaft, die unter anderem höhere Beiträge für ihre Kunden befürchtet.