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Elon Musk greift mit SpaceX die Telekom an

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Nach Kauf der Mobilfunkfrequenzen: Elon Musk greift mit SpaceX die Telekom an und lässt Aktien abstürzen

Von: Lennart Niklas Johansson Schwenck

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SpaceX sichert sich landesweite US-Frequenzen für Mobilfunk aus dem All. Telekom-Aktien brechen deutlich ein. Nun drohen harte Zeiten im US-Markt.

Starbase – Elon Musk macht Ernst im US-Mobilfunkmarkt. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat ein landesweites Portfolio an Niedrigfrequenz-Spektren erworben, wie das Unternehmen am Donnerstag auf der Plattform X mitteilte. Verkäufer der sogenannten Low-Band-Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich ist der Finanzinvestor Grain Management, der damit sein komplettes Portfolio abgibt. Einen offiziellen Kaufpreis nannten beide Seiten nicht, das Wall Street Journal schätzte die Summe auf rund acht Milliarden Dollar.

Für SpaceX schließt der Deal eine zentrale technische Lücke. Bislang konnte der Satellitendienst Starlink Smartphones nur im Freien erreichen, weil Nutzer freie Sicht zum Satelliten benötigten. Die neu erworbenen Frequenzen können dagegen auch Wände und Dächer durchdringen und damit Geräte in Innenräumen versorgen. „Wir haben eine Vereinbarung zum Erwerb eines landesweiten Portfolios von Low-Band-Spektrumslizenzen bekannt gegeben, das den Weg dafür ebnet, dass Starlink zu einem bedeutenden Mobilfunkanbieter in den USA wird”, erklärte SpaceX auf X. Musk selbst bezeichnete den Kauf als „das letzte entscheidende Puzzleteil”, das SpaceX benötige, um in den gesamten USA Mobilfunk anzubieten.

Skyrocketing SpaceX: FCC genehmigt 15.000 Satelliten im Orbit

Nur wenige Stunden vor der Ankündigung hatte die US-Kommunikationsbehörde FCC SpaceX grünes Licht gegeben, bis zu 15.000 Satelliten in einer sehr niedrigen Erdumlaufbahn von rund 330 Kilometern zu platzieren. Diese Satelliten sind für Mobilfunkverbindungen im Zwei-Gigahertz-Bereich optimiert und sollen hohe Datenraten bei geringer Verzögerung ermöglichen. Aktuell betreibt SpaceX erst rund 650 Satelliten dieser Art. Die neuen Frequenzen ergänzen das globale Zwei-Gigahertz-Spektrum, das sich Starlink im vergangenen Jahr weltweit bereits für 19,6 Milliarden Dollar gesichert hatte.

Doch bevor Starlink Mobile tatsächlich an den Start gehen kann, braucht SpaceX noch eine weitere Genehmigung der FCC, um das Satelliteninternet mit einem terrestrischen Netzwerk zu verknüpfen. Erst diese Kombination soll flächendeckenden Mobilfunk in den gesamten USA ermöglichen, unabhängig davon, wie weit entfernt ein Ort vom nächsten Mobilfunkmast liegt.

Aus dem US-Markt ausgebootet: Telekom-Aktie verliert deutlich an Wert

An der Börse sorgte die Nachricht für erhebliche Kursbewegungen. Die Aktie der Deutschen Telekom verlor am Freitag zeitweise rund 7,5 Prozent und war damit schwächster Wert im Dax. Es deutet sich der größte Tagesverlust der Telekom-Aktie seit über drei Jahren an. Auch die Tochter T-Mobile US, die als profitabelste Sparte des Konzerns und wichtigster Wachstumstreiber gilt, geriet im nachbörslichen US-Handel unter die Räder und gab je nach Quelle zwischen sechs und zehn Prozent nach.

Ähnlich erging es den direkten Konkurrenten in den USA. AT&T verlor nach Bloomberg-Angaben rund 5,7 Prozent, Verizon sank um 5,3 Prozent. Der Stoxx-600-Index der europäischen Telekommunikationsunternehmen gab laut Tagesschau um rund drei Prozent nach. SpaceX selbst profitierte von der Ankündigung und legte an der Börse um etwa zwei Prozent zu.

Machtkampf am US-Mobilfunkmarkt Experten sind bei den Erfolgsaussichten gespalten

Dass ausgerechnet das US-Geschäft für die Kursreaktion der Telekom so entscheidend ist, liegt an der Bedeutung von T-Mobile US für den Konzern. Telekom-Chef Tim Höttges hatte erst kürzlich eine mögliche Zusammenführung des deutschen Geschäfts mit dem gut 54-prozentigen Anteil an T-Mobile US in einer über 300 Milliarden US-Dollar schweren Holding durchspielen lassen, was bei Investoren nicht gut ankam. Noch im Sommer hatte Höttges erklärt, er sehe in einem flächendeckenden Mobilfunkangebot von SpaceX keine Bedrohung für sein Unternehmen.

Wie sich die milliardenschweren Investitionen für SpaceX auszahlen, wird sich erst noch zeigen. Investoren befürchten aber einen aggressiven Preiskampf auf dem ohnehin gesättigten US-Mobilfunkmarkt. Die Analysten des Research-Hauses William Blair schrieben, man gehe davon aus, „dass SpaceX ein äußerst attraktives Paket aus Starlink-Breitband und -Mobilfunk anbieten wird”. Denkbar sei sogar, dass die hauseigene KI Grok der SpaceX-Sparte xAI Teil des Angebots werde, berichten Tagesschau und ZDF übereinstimmend.

Wer profitiert wirklich? Reaktionen aus der Branche

Ein Sprecher von Verizon versuchte unterdessen die Sorgen der Anleger zu relativieren: „Dieses Unternehmen mag zwar über eine Vielzahl an Frequenzen verfügen, aber ohne ein entsprechendes Mobilfunknetz spielt das keine Rolle. Es sind einfach nur ungenutzte Funkfrequenzen.” Der Analyst Graham Hunt von der Investmentbank Jefferies sieht das anders. Ihm zufolge könnte sich Starlink als weiterer Mieter bei Mobilfunkmasten-Betreibern wie American Tower einmieten, so die Tagesschau. Entsprechend legten die Aktien solcher Mastbetreiber an der US-Börse nachbörslich zu.

Auch für Kunden in Deutschland könnte sich mittelfristig etwas ändern. T-Mobile US und die Deutsche Telekom kooperieren bereits mit Starlink, und in Deutschland sowie neun weiteren europäischen Ländern will die Telekom ab 2028 Mobilfunklücken über den Satellitendienst ausgleichen. Wie sich das Verhältnis zwischen Telekom und SpaceX entwickelt, wenn Starlink zugleich als Konkurrent im US-Markt auftritt, bleibt vorerst offen. (Quellen: SpaceX, Bloomberg, Tagesschau, ZDF)(ls)

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