DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,02 % 64.323,00 USD 08:09:33 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Eltern des getöteten Marius Dick aus Landstuhl im Interview

Nation

"Es ist ein Albtraum, aus dem wir nicht aufwachen", sagen die Eltern des getöteten Studenten Marius, Thomas und Elke Dick. Sie stehen wenige Tage vor dem wohl schwersten Gang ihres Lebens: der Beerdigung ihres Sohnes. Noch immer sei vieles "wie ein Albtraum". Seine Mutter Elke sagt, sie warte unbewusst darauf, dass die Haustür aufgeht und Marius wie jedes Wochenende nach Hause kommt. "Es fühlt sich immer noch unwirklich an", sagt sie. Vater Thomas Dick beschreibt vor allem eine große Leere. "Wir funktionieren gerade einfach." Zwischen Behördengängen, Bestattung und Organisation bleibe kaum Zeit zum Trauern. Beerdigung am Samstag wird "der schwerste Gang" Am Samstag nehmen Familie, Freunde und hunderte Wegbegleiter Abschied von Marius. Die Eltern rechnen mit einer außergewöhnlich großen Trauergemeinde, viele haben sich angekündigt. "Wir hätten nie gedacht, dass so viele Menschen kommen wollen." Der Gottesdienst und die Beisetzung sollen würdevoll und möglichst privat stattfinden. "Das wird der schwerste Gang unseres Lebens." Halt geben ihnen in diesen Tagen vor allem Freunde, Nachbarn und Familie. "Wir werden getragen von so viel Liebe", sagt Familie Dick. Nach Tod von Sohn Marius: "Deutschland muss handeln" Für die Eltern soll der Tod ihres Sohnes nicht folgenlos bleiben. Ihr Appell richtet sich an Politik und Gesellschaft. "Deutschland muss aufstehen. Tut etwas." Sie fordern mehr Sicherheit, konsequente Anwendung oder gegebenenfalls Verschärfung bestehender Gesetze und einen offenen politischen Dialog. Gleichzeitig betonen sie ausdrücklich: "Es geht uns nicht darum, Menschen gegeneinander auszuspielen." Sie wollten mit ihren zahlreichen Interviews mit diversen Medien keine Stimmung gegen Ausländer machen. "Bei uns ist jeder willkommen, der friedlich mit uns lebt." Es gehe ihnen darum, dass das Thema Sicherheit nicht länger tabuisiert wird. Vor allem die Politik solle damit ehrlich in den Austausch gehen. Hassbriefe statt Mitgefühl: "Das hat uns tief getroffen" Besonders verletzt haben die Familie Hassbotschaften und Anfeindungen im Internet. Die Mutter berichtet von Briefen, Kommentaren und Nachrichten wie: "Dieses Mal hat es die Richtigen getroffen" oder "Ihr habt Blut an euren Händen". Für die Hinterbliebenen seien solche Reaktionen kaum zu begreifen. "Wir kämpfen nicht für uns allein, sondern dafür, dass anderen Familien so etwas vielleicht erspart bleibt." Gleichzeitig warnen sie vor einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft und wünschen sich mehr Respekt im Umgang miteinander. "Er war das Herz unserer Familie" Wer über Marius spricht, spricht über einen jungen Mann voller Ideen und Lebensfreude. Die Eltern beschreiben ihn als intelligent, offen, ehrlich und hilfsbereit. "Er war einer der ehrlichsten Menschen, die man kennen konnte." Freunde hätten ihnen immer wieder erzählt, wie höflich und herzlich Marius gewesen sei. Zuhause sprudelte er vor Ideen, diskutierte leidenschaftlich und brachte seine Familie oft zum Lachen. "Er war voller Energie." Freunde, Nachbarn, der jüngere Sohn: Das gibt jetzt Halt Kraft geben den Eltern heute vor allem ihr jüngerer Sohn, enge Freunde und die große herzliche Anteilnahme aus ihrem Umfeld. Gemeinsam erinnern sie sich an Marius, lachen über gemeinsame Erlebnisse und versuchen Schritt für Schritt, mit dem unfassbaren Verlust zu leben. "Wir reden jeden Abend mit ihm", erzählt seine Mutter. Und ihr größter Wunsch bleibt, dass aus dem Schicksal ihres Sohnes etwas entsteht, das andere schützt: "Wenn durch Marius’ Tod künftig Leben gerettet werden können, dann hätte sein Tod wenigstens einen Sinn."

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