Eltern sollten Babynahrung prüfen: Trotz Rückrufs weiter verkauft
Stand: 17.10.2026 10:41 Uhr
Bei Kaufland ist laut Verbraucherzentrale Niedersachsen bereits zurückgerufene Säuglingsnahrung der Marken Aptamil, Milumil und Beba weiter verkauft worden. Betroffene Chargen könnten mit dem Giftstoff Cereulid belastet sein.
Mehrere Chargen der Babynahrung der Hersteller Danone und Nestlé waren seit Anfang des Jahres von Rückrufen betroffen. Bei Kaufland standen sie offenbar weiterhin im Regal, wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen jetzt mitteilte. Eltern, die noch Säuglingsnahrung der betroffenen Marken zu Hause haben, sollten jetzt die Chargennummer prüfen und sich bei Fragen an den Händler oder Hersteller wenden, empfiehlt die Verbraucherzentrale. "Zeigt das Kind nach dem Verzehr Symptome wie Erbrechen oder Durchfall, sollten Eltern eine Arztpraxis aufsuchen", heißt es weiter.
Rückruf: Diese Chargen sind betroffen
Eltern können die Chargennummern auf der Webseite Lebensmittelwarnung.de überprüfen - dem offiziellen Portal der Länder und des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für Produktrückrufe von Unternehmen. Kaufland weist darauf hin, dass betroffene Produkte in jeder Filiale zurückgegeben werden können, auch ohne Vorlage eines Kassenbons. Die Supermarktkette entschuldigt sich "bei allen Betroffenen für die entstandenen Unannehmlichkeiten".
Verbraucherzentrale: "Fundamentales Versagen"
Die Verbraucherzentrale übt außerdem scharfe Kritik an Kaufland: "Aus unserer Sicht ist das ein fundamentales Versagen der firmeneigenen Kontrollmechanismen", sagt Constanze Rubach, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Es gebe noch nicht einmal einheitliche Warnhinweise an den Regalen, das grenze an Fahrlässigkeit. "Es geht hier schließlich um die empfindlichste Verbrauchergruppe", sagt sie. Mittlerweile sollen Kaufland zufolge sämtliche betroffenen Produkte aus den Regalen entfernt worden sein.
Cereulid verursacht Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
Der Giftstoff Cereulid ist nach Angaben der Verbraucherzentrale ein weltweit verbreitetes Bodenbakterium und kann über Rohstoffe oder Staub in Lebensmittel gelangen. Schon geringe Mengen des Toxins können demnach Beschwerden auslösen: Sie treten etwa 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf und äußern sich vor allem durch Übelkeit und starkes Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Meist klingen die Symptome innerhalb eines Tages ab. Babys seien in den ersten sechs Monaten durch den Flüssigkeitsverlust besonders gefährdet, heißt es weiter. Eltern sollten deshalb auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und bei anhaltenden Beschwerden umgehend zum Kinderarzt gehen.