EM: Primoz Roglic lässt Slowenien mit Gold im Zeitfahren jubeln
Rad-EM: Primoz Roglic lässt Slowenien mit Gold im Zeitfahren jubeln - Jens Voigt: "Hat eine ganze Nation erlöst"
Von Tom Haferkorn
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Primoz Roglic hat bei den Europameisterschaften Gold im Einzel-Zeitfahren der Männer geholt und Slowenien bei der Heim-EM im letzten der 14 Wettkämpfe die erste und einzige Medaille gesichert. "Er hat damit eine ganze Nation erlöst", erklärte Eurosport-Experte Jens Voigt. "Es war ein großartiges Happy End." Für Voigt kam der Sieg des 36-Jährigen allerdings nicht wirklich überraschend.
Nachdem Primoz Roglic mit seinem Zeitfahr-Rad die Ziellinie in Sencur überquerte, war ihm der Europameistertitel nicht mehr zu nehmen.
Mit 6,58 Sekunden Vorsprung auf den französischen Silbermedaillengewinner Bruno Armirail kam der 36-Jährige ins Ziel. Auf Armiralis Landsmann Maxime Decomble, der Bronze gewann, waren es gar 28,42 Sekunden.
Obwohl mit Philipp Küng und Jakob Söderqvist noch absolute Zeitfahr-Stars auf der Strecke waren, war der Vorsprung von Roglic einfach zu groß, was Jens Voigt allerdings auch nicht überraschte.
"Der Kurs war schwer, Leute wie Küng mit dem großen Körpergewicht, athletische Fahrer, die sind ja eher Spezialisten für flache Zeitfahrkurse", erklärte der Eurosport-Experte exklusiv. "Das war abzusehen, dass sie weniger Chancen haben als auf einem anderen Kurs."
Roglic sorgt für Happy-End bei Slowenien
Der 55-Jährige wollte damit aber keinesfalls die Leistung von Roglic schmälern: "Er hat sich da sehr gut geschlagen und die ganze Nation erlöst."
"Nach dem Nichtstarten von Tadej Pogacar war er ja der verbleibende große Nationalheld im Radsport in Slowenien - und er hat als Altmeister bei der Heim-EM nochmal abgeliefert", freute sich Voigt über den Erfolg von Roglic.
Pogacar sagte die EM - genau wie die WM - ab, nachdem er sich bei einem schweren Sturz bei der Vuelta einen Schlüsselbeinbruch und einen Halswirbelbruch zugezogen hatte. Der Superstar beendete seine Saison daraufhin vorzeitig.
Es sei für Slowenien und Roglic ein echtes Happy-End gewesen, "zu sehen, wie er mit 36 Jahren da noch mal abgeliefert hat", sagte Voigt.
Voigt: "Du darfst Roglic nie abschreiben"
Auch mit 36 Jahren gehört der viermalige Vuelta-Sieger immer noch zu den Top-Radsportlern. "Roglic ist eben ein Fahrer, den du nie abschreiben darfst. Er ist immer da, wenn er nicht gewinnt, dann ist er aber immer noch irgendwo Zweiter, Dritter, Vierter oder Fünfter", erklärte der Eurosport-Experte.
Roglic fahre viele Rennen, "immer Top Ten, liefert eine Menge Punkte ab und diesmal hat alles für ihn sehr, sehr gut geklappt oder eigentlich perfekt geklappt".
Für welches Team der Slowene im nächsten Jahr um Zähler kämpft, ist noch offen. Der Vertrag des 36-Jährigen wurde beim deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe nach zwei Jahren nicht mehr verlängert.
"Er ist ein Champion, hat fast 100 Siege (92 sind es, um genau zu sein, Anm. d. Red) und mal sehen, wo er nächstes Jahr fährt", sagte Voigt. Laut verschiedenen Medienberichten soll Roglic in fortgeschrittenen Gesprächen mit Lotto Intermarché stehen.
Für den Slowenen ist die Saison allerdings noch nicht beendet. Am Samstag wird der 36-Jährige aller Voraussicht nach nochmals für Red Bull bei der Lombardei-Rundfahrt (ab 10:35 Uhr live bei Eurosport und HBO Max) an den Start gehen.
Vielleicht kann Roglic auf dem Weg von Bergamo nach Como erneut jubeln.
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