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Empörung in Frankreich: Vorstandsmitglied der AfD

Welt

Ein Mitglied des Bundesvorstands der AfD-Jugend „Generation Deutschland“ hat mit einem Beitrag in den sozialen Medien Empörung ausgelöst. Wie zuerst die „taz“ berichtete, postete Luca Maurice Strauf am Tag der Deutschen Einheit eine Karte, auf der Deutschlands Grenzen deutlich ausgedehnt wurden. Demnach umfassten sie auch das französische Elsass-Lothringen sowie Teile Österreichs, Polens, Ungarns, Italiens, Luxemburgs, Dänemarks, Rumäniens, Belgiens sowie der Schweiz, Slowakei und Niederlande.

Dazu schrieb Luca Maurice Strauf, der sich selbst Helmut nennt: „Deutsche Einheit bedeutet ein Deutschland, das das gesamte deutsche Volk in einem Staat vereint. Heute gedenken wir einem Etappen-Sieg auf dem Weg dahin.“ Kurz nach der Veröffentlichung löschte er den Post offenbar wieder. Auffindbar ist er nicht mehr. Unter anderem mehrere französische Medien hatten über den Vorfall berichtet. In den sozialen Medien gab es zu dem Post zahlreiche empörte Kommentare, gerade in Frankreich.

Strauf war im Dezember 2025 zum stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Jugend in Bayern gewählt worden, zum Bundesvorstand gehört er schon länger. Dieser ging auf Distanz zu Straufs Beitrag. „Er entspricht weder unserem Anspruch an Geschichtspolitik noch unserem Verständnis von Realpolitik. Patriotismus braucht keine historischen Landkarten-Fantasien“, teilte Sprecher Wendelin Fessl der „taz“ auf Anfrage mit.

Demnach wolle der GD-Vorstand den „Vorgang“ in der nächsten Sitzung „sehr deutlich ansprechen“. Wer politische Verantwortung trage, müsse mehr im Blick haben als den nächsten provokanten Post, hieß es weiter.

Strauf selbst will mit seinem Beitrag nicht gefordert haben, dass Deutschland sich seine Nachbarländer einverleibt. Er habe nur auf die „gemeinsame Geschichte“ und „ein gemeinsames Schicksal“ von Deutschland und Österreich hinweisen wollen, sagte er der „taz“. Gelöscht habe er den Post, weil er keinen Nutzen gehabt habe.

Strauf soll Anfang 2025 der AfD beigetreten sein. Als die bundesweite Jugendorganisation Ende November in Gießen neu gegründet wurde, soll er gesagt haben: „Wir müssen abschieben, abschieben, abschieben, bis Deutschland wieder Heimat wird.“ Auf X, wo er unter anderem in bayerischer Trachtenjacke zu sehen ist, schreibt er Ähnliches. Etwa: „Millionenfache Remigration ist die moderate Lösung.“ Offen bleibt, was eine nicht-moderate Lösung wäre.

2023 war die Vorgängerin der heutigen Jugendorganisation vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft worden. Die neue Organisation ist nicht minder radikal, versucht jedoch, professioneller aufzutreten. (Tsp)

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