Energie: 150 Prozent Preisanstieg - Angst vor Gasmangel ist zurück
Düsseldorf. Bei deutschen Unternehmen macht sich Sorge vor einem Gasmangel breit. Als Industrieunternehmen sehe man ein gewisses Risiko für die Gasversorgung über den Winter, bestätigte etwa der Chemiekonzern Covestro dem Handelsblatt.
An den Gasmärkten wächst die Anspannung. Der Preis für eine Megawattstunde Gas stieg in den vergangenen Tagen auf knapp 80 Euro – das Zweieinhalbfache des Niveaus vor dem Iran-Krieg und der höchste Wert seit der letzten großen Energiekrise.
Auch eine E-Mail, die der Gasnetzbetreiber Westnetz an alle großen Gaskunden versandt hat und die dem Handelsblatt vorliegt, sorgt für Nervosität. Darin fordert die Eon-Tochter die Kunden auf, Kontaktdaten eines Ansprechpartners zu aktualisieren, der im Krisenfall kontaktiert werden könnte. Die Begründung: „Durch die Verkettung witterungsbedingter, wirtschaftlicher, politischer und weiterer unvorhersehbarer Faktoren“ könnten bei der Gasversorgung „Engpässe eintreten“.
Dabei war erst im vergangenen Jahr die seit Beginn des Ukraine-Krieges geltende „Alarmstufe Gas“ aufgehoben worden. Bis 2024 habe man so einen Brief verschickt, 2025 dann nicht mehr, sagte ein Westnetz-Sprecher. Dass jetzt schon wieder gewarnt wird, verunsichert viele Unternehmen umso mehr, wie eine Beraterin dem Handelsblatt sagte.