Energie: Netzbetreiber verzögern neue Solar- und Windprojekte um Jahre
Düsseldorf. Stromnetzbetreiber sorgen in Deutschland für immer mehr Konflikte und Frust. Die Auseinandersetzungen betreffen tausende Betreiber von Windparks, Solaranlagen und Batteriespeichern, aber auch Industrieunternehmen, Rechenzentren und private Haushalte.
Es geht um Anlagen, die über Monate auf einen Netzanschluss warten, um Fehler bei der Registrierung neuer Stromzähler – aber vor allem darum, dass Stromkunden mit ihren Anliegen schlicht nicht zu den Netzbetreibern durchdringen.
Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht sagt: „Netzbetreiber sind Monopolisten. Alle, die einen Netzanschluss benötigen, sind auf die Zusammenarbeit mit ihnen angewiesen.“ Das erzeuge eine Machtasymmetrie.
Dieses Machtgefälle bekommen Kunden und Unternehmen zu spüren. Der Vertriebschef des Stromanbieters Rabot Energy, Konrad Schade, sagt über den Stromnetzbetreiber Westnetz: „Der Netzbetreiber stellt sich völlig tot, wenn wir ihn bitten, mit uns Kundenprobleme zu lösen.“
Und die Anwältin Heidrun Schalle von der Kanzlei Aecoute berichtet: „Viele Stromnetzbetreiber antworten einfach gar nicht mehr auf Anfragen von Solar- und Windparkbetreibern. Es ist, als würden sie in einem Bunker sitzen, und darauf warten, dass sie durch neue Gesetze von all den Netzanschlussanfragen entlastet werden.“