Energie- und Medizintechnikkonzerne wohl Opfer massiven Datendiebstahls
Die mit Russland in Verbindung gebrachte Gruppe von Cyberkriminellen namens Cl0p hat laut eigenen Angaben enorme Datenmengen globaler Unternehmen abgegriffen. Zu den fast 50 Opfern sollen Shell, Philips, General Electric und Fiserv gehören. Die Firmen bestätigen entsprechende Cyberangriffe, aber untersuchen diese noch. Cl0p behauptet, 89 GByte von Shell und 13,5 GByte von Philips erbeutet zu haben. Die für den Datenklau ausgenutzten Sicherheitslücken wurden vor rund drei Wochen aufgedeckt. Weiterlesen nach der Anzeige Die Cybergang Cl0p wurde 2020 bekannt durch den Ransomware-Angriff auf die Technischen Werke Ludwigshafen. Im Laufe der Jahre haben die Cyberkriminellen die kritische MOVEit-Sicherheitslücke für Einbrüche genutzt und bei der Goanywhere-Attacke prominente Firmen erpresst. Die Bande gilt als eine der gefährlichsten russisch-sprechenden Gruppen und ist wohl bereits seit Anfang 2019 aktiv. Cyberangriffe bestätigt, Datenabfluss unklar Letzte Woche erklärte Cl0p laut Reuters, dass sie von vom Mineralöl- und Erdgasunternehmen Shell Projektzeichnungen für vom Unternehmen betriebene Energieanlagen, Fotos von Industriestandorten, technische Inspektionsberichte und Projektplanungsmaterialien erbeutet haben. Von Philips, Hersteller von Elektrogeräten einschließlich Gesundheitstechnik, hat die Bande vorgeblich Schaltpläne, Zeichnungen und Diagramme gestohlen. Bislang hat Cl0p aber keine Beweise in Form von Beispielen erbeuteter Daten vorgelegt. Die Unternehmen bestätigen die Cyberangriffe und die Zugriffsversuche auf die eigenen Systeme, haben aber keinen Datenabfluss zugegeben. „Wir arbeiten mit unseren Sicherheitsteams und relevanten Experten zusammen, um die Situation zu untersuchen“, erklärte ein Shell-Sprecher. „Philips hat einen versuchten Angriff auf die Cybersicherheit eines bestimmten Unternehmensservers im Zusammenhang mit internen Daten identifiziert und eingedämmt“, heißt es in einer Stellungnahme von Philips. Kundenumgebungen seien dadurch aber nicht betroffen. Weiterlesen nach der Anzeige Schwachstellen nicht aktualisierter Software ausgenutzt Ob Energie oder Gesundheitstechnik bei General Electric (GE) angegriffen wurde, ist bislang nicht bekannt. Ein GE-Sprecher erklärte aber, dass dem Konzern die Behauptungen Cl0ps bekannt sind und man die „Cyber-Reaktionsprotokolle initiiert hat und an der Bewertung des potenziellen Problems arbeitet“. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher von Fiserv. Nach Einschätzung des US-Anbieters für Zahlungsverkehrs-Dienstleistungen und Finanz-Software gebe es aber keine Anzeichen, dass Kundendaten oder der Betrieb betroffen sind. Das Ransom-ISAC (Ransomware Information Sharing and Analysis Centre) hat am 22. Juli 2026 bereits darauf aufmerksam gemacht, dass Sicherheitslücken in PTC Windchill und FlexPLM, Software für das Produktlebenszyklusmanagement, von Cl0p ausgenutzt werden (CVE-2026-12569). Mit dieser Software steuern Unternehmen Produkte vom Design bis zur Entsorgung und unterstützen auch den Herstellungsprozess. Zwar hat PTC Patches veröffentlicht, aber Cl0p nutzt die Schwachstellen nicht aktualisierter Software weiter aus und hat entsprechende Firmen per E-Mail über den Datendiebstahl informiert.