Energie: Wie Frankreich mit Atomkraft Europas KI-Macht werden will
Paris. Im Norden von Paris, in Saint-Denis, stehen zwischen Bahngleisen und Zubringerstraßen große, unscheinbare Gebäude. Drinnen, hinter Glas, reihen sich Dutzende Serverschränke aneinander, Ventilatoren rauschen. Hier stellt das niederländische Unternehmen Nebius auf dem Equinix-Campus Infrastruktur für KI-Rechenleistung und Cloud-Dienste bereit. Der Standort bei Paris war für Nebius nur der Anfang. Insgesamt haben die Niederländer Investitionen von acht Milliarden Euro in Frankreich angekündigt. Im nordfranzösischen Béthune wollen sie auf dem Gelände eines ehemaligen Bridgestone-Werks ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von 240 Megawatt bauen. Es wäre eines der leistungsstärksten im Land. Tom Blackwell, im Vorstand des Cloud-Anbieters für Kommunikation zuständig, erklärt die Gründe. Neben dem „dynamischen KI-Ökosystem in Frankreich“ seien die Energieversorgung und die politische Unterstützung ausschlaggebend gewesen. Schon 2027 soll die volle Ausbaustufe erreicht sein. „Der Standort steht fest, das Land ist erworben, die Energie ist gesichert, und wir haben die Genehmigungen, um mit dem Bau beginnen zu können“, sagt Blackwell. Und Nebius ist kein Einzelfall. Die japanische Tech-Investmentgesellschaft Softbank hat angekündigt, im Norden Frankreichs bis zu 45 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren zu investieren und Kapazitäten von 3,1 Gigawatt aufzubauen. Perspektivisch hat das Unternehmen sogar Investitionen von bis zu 75 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.