Energiepolitik: Wie Reiche die Zukunftshoffnung der Autoindustrie riskiert
Eigentlich sind die beiden Energiekonzerne Enpal und 1komma5grad erbitterte Konkurrenten. Beide Firmen – beide bekannt für lautes Marketing – werben um Hausbesitzer und bieten Solaranlagen, Stromspeicher und Wallboxen an, gern als Rundumpaket. Nun aber haben sich die beiden Greentechunternehmen untergehakt und verfolgen ein gemeinsames Ziel: die aktuelle Reform der Solarstromförderung in Teilen zu stoppen.
Seit Monaten will die Regierung die Solarstromförderung neu ausrichten und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Ende des Jahres ausläuft, reformieren. Schon seit Längerem wird CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche aber von Vertretern der Ökostrombranche dafür kritisiert, dass sie kleinen Solaranlagen die garantierte Vergütung streichen will, wenn diese ins Netz einspeisen. Auch bei anderen Themen steht die Ministerin unter Druck: Opposition und Branchenexperten werfen ihr etwa vor, die niedrigen Gasspeicherstände zu unterschätzen. Inzwischen wird Reiche auch teilweise als Störfaktor in der Bundesregierung empfunden: Am Dienstag etwa wurde überraschend ein Schreiben aus ihrem Haus bekannt, in dem sie die gemeinsame Einkommensteuerreform von Union und SPD scharf kritisierte – und damit den Koalitionsfrieden infrage stellte.