Energiepreise: Inflation steigt nach Ende des Tankrabatts auf 2,8 Prozent
Kräftig steigende Energiepreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts haben die Teuerungsrate in Deutschland im Juli auf 2,8 Prozent getrieben. Von Juni auf Juli des laufenden Jahres zogen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent an. Das Statistische Bundesamt bestätigte seine vorläufigen Berechnungen: »Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber«, sagte die Präsidentin des Amtes, Ruth Brand. In den kommenden Monaten könnte die Teuerung weiter steigen. Denn der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist nach wie vor nicht gelöst. Die Hoffnung, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, hat sich vorerst zerschlagen. Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge ist wegen des seit Ende Februar schwelenden Konflikts am Persischen Golf faktisch blockiert. Das bekommt eine Volkswirtschaft wie Deutschland, die von Rohstoffimporten abhängig ist, deutlich zu spüren. Energiepreise steigen sprunghaft an Im Mai und im Juni hatte die Bundesregierung mit einer Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter den Preisauftrieb gedämpft. Die Inflationsrate sank in der Folge bis auf 2,3 Prozent im Juni. Noch im April hatte der Ölpreisschock infolge des Irankriegs die Teuerungsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 steigen lassen. Nun zogen die Energiepreise in Deutschland wieder stark an: Im Juli mussten Verbraucherinnen und Verbraucher fürs Tanken und Heizen 8,3 Prozent mehr zahlen als im Vorjahreszeitraum, wie die Wiesbadener Statistiker errechneten. Im Juni hatten die Energiepreise nur um 3,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Inzwischen sind Spritpreise von mehr als zwei Euro je Liter an Tankstellen hierzulande wieder die Regel. Die Dürre könnte Sprit zumindest regional zusätzlich verteuern: Das Niedrigwasser auf wichtigen Transportwegen wie dem Rhein erhöhe die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und einzelnen Vorprodukten teilweise deutlich, teilte der ADAC mit. Kaufkraft unter Druck Immerhin steigen die Nahrungsmittelpreise seit Monaten vergleichsweise moderat. Im Juli lagen sie wie in den beiden Vormonaten um 0,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. Teurer binnen Jahresfrist waren im Juli etwa Fleisch und Fleischwaren (plus 1,9 Prozent) sowie Zucker und Süßwaren (plus 4,0 Prozent). Deutlich günstiger als im Vorjahresmonat war Butter (minus 30,1 Prozent).