Energiepreise: Strompreis sinkt - Spritpreis explodiert
Dynamische Entwicklung
Energiepreise steigen – außer in einem Bereich
Von Jennifer Buchholz
Aktualisiert am 17.09.2026 - 11:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Iran-Krieg hat die Energiepreise in die Höhe getrieben – die Kosten für Gas und Heizöl haben Rekordstände erreicht. Nur in einem Bereich zeigt die Kurve nach unten.
Die Energiepreise steigen stark. Auslöser ist vor allem die Situation rund um die Straße von Hormus. Der europäische Gaspreis hat inzwischen einen Höchststand seit 2022 erreicht. Auch beim Heizöl gibt es ein neues Maximum. Heizen könnte also deutlich teurer werden.
Gaspreis
Der Gaspreis für Neukunden ist innerhalb eines Jahres um ein Drittel gestiegen. Laut Verivox zahlen Kunden (Jahresverbrauch: 20.000 kWh) momentan 12,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Im Vorjahr waren es noch 9,03 Cent.
Den deutlichsten Anstieg gab es zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar, von 8,19 Cent/kWh auf 10,7 Cent/kWh am 27. März, sowie ab Ende August, von 10,09 Cent/kWh auf nun 12,2 Cent/kWh.
Heizölpreise
Noch signifikanter ist der Preisanstieg bei Heizöl. Für 100 Liter werden nun rund 180 Euro fällig. Für dieselbe Menge zahlten Heizölkunden vor einem Jahr 94,1 Euro. So wenig kostete Heizöl zuletzt im Januar 2026 – und das, obwohl die Preise während der Heizsaison eher höher sind als im Sommer.
Der Iran-Krieg führte auch bei diesem Brennstoff zu einem deutlichen Preisanstieg innerhalb kurzer Zeit. Von 99,5 Euro/100 Liter am 28. Februar auf 155,0 Euro/100 Liter am 9. März. Die zweite Preiserhöhung folgte auch hier Ende August. Von 134,40 (24. August) auf nun 179,9 Euro/100 Liter (16. September).
Pelletheizungen
Auch bei Pelletheizungen sieht die Entwicklung nicht besser aus. Die Preise stiegen innerhalb eines Jahres für 6 Tonnen von 318,19 Euro auf jetzt 433,32 Euro. Für dieselbe Menge Sackware werden nun 513,35 Euro statt wie im Vorjahr 365,76 Euro fällig.
Den Aufwärtstrend beim Preis gibt es bei Pellets seit dem Sommer. Am 22. Juni zahlten Kunden noch 349,49 Euro für 6 Tonnen lose Ware und 403,11 Euro für dieselbe Menge Sackware.
Spritpreise
Die Kraftstoffpreise hängen stark von den Ölpreisen ab. Dementsprechend sind auch sie seit März stark gestiegen. Im Februar lag der Durchschnittspreis laut dem ADAC für einen Liter Diesel noch bei 172,2 Cent und für Super E10 bei 176,0 Cent. Im März schossen die Preise dann auf 216,4 Cent/Liter bei Diesel und 202,2 Cent/Liter bei Super E10. Eine kurzzeitige Erholung brachte der Tankrabatt im Juni – Diesel: 181,8 Cent/Liter, Super E10: 187,0 Cent/Liter. Nachdem dieser ausgelaufen war, stiegen die Preise wieder auf ihr vorheriges Niveau und liegen aktuell bei 242,2 Cent/Liter (Diesel) beziehungsweise 230,0 Cent/Liter (Super E10).
Das sind die Top-Fragen des Tages:
Strom
Der Preis für Strom ist innerhalb eines Jahres gesunken von 27,28 Cent/kWh auf 25,0 Cent/kWh. Grund hierfür ist unter anderem die Senkung der Netzentgelte Anfang 2026. Allerdings: Die Strompreise wären ohne die Eskalation in Nahost deutlich niedriger. Denn zu deren Beginn Ende Februar/Anfang März stiegen die Preise von 24,35 Cent/kWh (3. März) auf 27,81 Cent/kWh (18. März). Zwar folgte Mitte April eine ebenso deutliche Senkung. Doch seit Juli ist wieder ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen.
Fernwärme
Bei Fernwärme ist eine genaue Aussage über die Entwicklung der Preise eigentlich nicht möglich. Das liegt unter anderem an der Marktstruktur. Fernwärmeversorgung ist ein Monopol. Die Unternehmen haben keinen Anreiz, ihre Preise öffentlich einem Preisvergleichsportal zu melden. Zwar gibt es Plattformen wie waermepreise.info. Diesen melden die Versorger ihre Preise jedoch freiwillig.