Energiespeicher der Zukunft: Wohin mit Strom aus Sonne und Wind?
2025 lagen die Einspeisungen ins Netz laut Statistischem Bundesamt bei 438.200 Gigawattstunden. Fast 60 Prozent des Stroms in Deutschland kommen inzwischen aus erneuerbaren Energien. Doch da der Wind nicht immer weht und die Sonne nicht immer scheint, kann es zu Schwankungen im Netz kommen, gerade im Winter.
Hier können Batteriespeicher helfen. Deutschland hat nach Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme derzeit eine Speicherkapazität von rund 33 Gigawattstunden. Experten und Verbände fordern einen stärkeren Ausbau, um die erneuerbaren Energien bei wetterbedingten Flauten zu ergänzen.
Strom zu speichern ist teuer
Warum also nicht überflüssigen Strom im Sommer speichern, um ihn bei Knappheit im Winter zu nutzen? Solche saisonalen Langzeitspeicher sind zwar technisch möglich. Das Problem liege aber bei der Rentabilität, erklärt der Physiker Dirk Uwe Sauer von der RWTH Aachen University.
Ein Energiespeicher bringt immer nur Geld rein, wenn er Energie abgibt. Beim kurzfristigen Speichern von Solarenergie tagsüber, um sie abends zu verwenden, ist das täglich der Fall. Sauer erklärt, dass bei saisonaler Speicherung hingegen nur wenige Entladungen im Jahr vorgesehen wären. Das reiche nicht, um die Investitionskosten wieder reinzubekommen.
Laut RWTH Aachen University habe es in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei Energiedichte, Lebensdauer und auch Kosten von Batterien gegeben, was Energiespeicherung wirtschaftlich attraktiver mache. Ein günstiges Unterfangen ist die Langzeitspeicherung jedoch noch lange nicht.
In der Lausitz wird großer Batteriespeicher gebaut
Aktuell läuft in der Lausitz der Bau des größten deutschen Batteriespeichers mit einer Kapazität von vier Gigawattstunden - rein rechnerisch genug, um rund 1,6 Millionen Haushalte für vier Stunden zu versorgen. Das verantwortliche Energieunternehmen LEAG plant dafür Investitionen von etwa einer Milliarde Euro.
Langzeitspeicherung von Strom bisher nicht notwendig
Der Fokus liege derzeit weniger auf saisonalen Speichern, so Mark Junker, Abteilungsleiter für Netzintegration von Batterien und Speichersystemanalyse an der RWTH Aachen University. Diese seien bislang auch nicht nötig gewesen. Die Speicherkapazität müsse nur ausreichen, um Perioden mit wenig Wind und Sonne zu überbrücken.
Solche kalten Dunkelflauten können bis zu drei Wochen anhalten. Bisher schaffen es konventionelle Kraftwerke mit Gas und Kohle, die Versorgung für solche Zeiträume zu gewährleisten.
Langzeitspeicher kämen laut Junker mit einem weiteren Anstieg der erneuerbaren Energien verstärkt in den Fokus. Hier seien anstelle von klassischen Batterien auch andere innovative Konzepte wie Wasserstoffspeicher oder Eisen-Luft-Batterien erfolgversprechend.
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E-Autos könnten Netz stabilisieren
Ein anderer Ansatz ist das bidirektionale Laden von E-Autos. Dabei werden deren Batterien zu mobilen Speichern, die Strom wieder abgeben und so Schwankungen im Netz ausgleichen könnten. Das Potenzial mobiler Speicher sei enorm, erklärt Bernhard Wille-Haußmann vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.
Die Speicherkapazität der E-Autos übersteige stationäre Speicher um mehr als das Sechsfache. Verbraucher könnten sich zudem das Bereitstellen der Stromspeicher ihrer E-Autos bezahlen lassen. Hierzu gibt es schon einzelne Angebote von Autoherstellern und Netzbetreibern über mehrere hundert Euro im Jahr.
Noch steht die Technik am Anfang. Bislang fehlte es vor allem an einheitlichen gesetzlichen Regeln für das bidirektionale Laden. Experten gehen davon aus, dass es bis 2030 flächendeckend verfügbar sein wird, sowohl an der Wallbox daheim als auch auf der Arbeit und an öffentlichen Ladesäulen.
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