Energiewende: Wie Deutschland dem Stromnetz-Ausbau in Europa im Weg steht
Berlin. Der einheitliche Strompreis in Deutschland behindert nach Ansicht vieler Experten, dass die europäischen Strommärkte zusammenwachsen. Das sieht auch Bernd Weber, Chef des auf Energie- und Klimathemen fokussierten Thinktanks Epico, so. Dem Handelsblatt sagt er: „Das Festhalten an der einheitlichen Strompreiszone schwächt die Bereitschaft zum schnellen Netzausbau mit Deutschland und droht zum Bremsklotz für die europäische Energiemarktintegration zu werden.“ In Ländern wie etwa Schweden wächst die Sorge davor, dass zusätzliche Stromverbindungen mit Deutschland den „hohen Preisdruck“ ins eigene Land tragen. Mit anderen Worten: Die Schweden und andere Nationen befürchten, sich mit dem in Deutschland üblichen hohen Strompreisniveau zu „infizieren“. Seit Langem steht die einheitliche Strompreiszone Deutschlands in der Kritik. Insbesondere die EU-Kommission drängt seit Jahren, mehrere Stromgebotszonen einzuführen. Nun steht das Thema seit einigen Wochen auch hierzulande wieder stärker im Fokus der energiepolitischen Debatte. Allein im vergangenen Jahr fielen Milliarden an Kosten an, damit die Netzbetreiber die Ungleichgewichte in der Stromgewinnung ausgleichen konnten.