Enger Zeitplan in München: Baustelle Olympia! Jetzt müssen die Bagger ran
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München hat den nationalen Olympia-Wettbewerb gewonnen. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Denn sollte die Stadt 2029 tatsächlich den Zuschlag für die Sommerspiele 2036 bekommen, bleiben nur sieben Jahre Zeit. Sieben Jahre, um eine ganze Reihe von Sportstätten zu sanieren, auszubauen oder komplett neu zu errichten.
Die größte Herausforderung: Die neuen U‑Bahn-Linien, das Olympische Dorf, die 2. Stammstrecke und den Hauptbahnhof fertig zu bekommen. Selbst die Planer rechnen nicht damit, dass alles bis 2036 geschafft werden kann. 2040 wäre aus Sicht der Stadtplaner der eindeutig bessere Zeitpunkt.
Gute Nachrichten gibt es auch: Das Olympiastadion von 1972 wird bereits modernisiert. Die Sanierung ist Voraussetzung dafür, dass München die Leichtathletik-WM 2031 austragen kann. Doch an anderer Stelle ist der Handlungsbedarf deutlich größer.
Das Grünwalder Stadion gilt seit Jahren als Sanierungsfall. Ursprünglich war die Arena nur als Rugby-Spielstätte vorgesehen, inzwischen sind dort auch olympische Fußballspiele geplant. Für den TSV 1860 könnte Olympia damit zur großen Chance werden, doch noch ein modernes Stadion am traditionsreichen Standort in Giesing zu bekommen.
Auch die Ruder-Regattastrecke in Oberschleißheim sowie die Schießanlage in Garching müssen umfassend erneuert werden.
Hinzu kommen die großen Verkehrsprojekte. Hauptbahnhof, zweite Stammstrecke, Verlängerung der U4, die neue U9 und der S-Bahn-Ringschluss im Norden gelten als wichtige Bausteine der Bewerbung. Die Hoffnung: Olympia könnte den Projekten zusätzlichen Schub verleihen. Allerdings: Die Zeit ist brutal knapp. Leichter wird es, noch mehr Radschnellwege in München zu etablieren.
Auf dem Campus der Technischen Universität soll ein temporäres Baseball-Stadion für bis zu 30.000 Zuschauer entstehen. Für Cricket ist an der Riemer Straße eine weitere Arena vorgesehen, ebenfalls auf Zeit.
Der Olympiapark soll ebenfalls erweitert werden. Auf den Flächen des heutigen Sommer-Tollwood-Festivals sind Wettbewerbe wie BMX, 3x3-Basketball und Skateboarding geplant.
Aus dem Action-Zentrum im Olympiapark, der früheren Eissporthalle, soll zudem eine neue Halle für 8000 Zuschauer entstehen. Auch das Stadion in Unterhaching muss umgebaut werden. In der Arena, die inzwischen dem FC Bayern gehört, sollen die Hockey-Turniere stattfinden.
Besonders kompliziert bleibt der Bau des neuen Olympischen Dorfs. Die Stadt besitzt noch immer nicht alle Grundstücke für das geplante neue Stadtviertel östlich von Daglfing und Englschalking. Dort sollen die Unterkünfte für 16.000 Sportler entstehen, die danach als Wohnviertel für die Stadt dienen sollen. Bevor gebaut werden kann, müssen weitere Eigentümer zum Verkauf bewegt werden.