DAX +0,74 % 26.319,45 Pkt 18:00:00 MDAX -0,06 % 32.407,20 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,33 % 6.523,86 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,57 % 54.036,93 Pkt 22:50:36 S&P 500 +0,44 % 7.757,64 Pkt 22:50:24 Nasdaq +1,24 % 26.690,62 Pkt 23:15:59 Nikkei -0,12 % 65.606,71 Pkt 08:45:02 Gold +3,72 % 4.399,70 USD 22:59:55 Silber +3,35 % 63,50 USD 22:59:56 Brent +1,29 % 83,55 USD 22:59:58 WTI +1,15 % 78,18 USD 22:59:59 Bitcoin +0,13 % 64.963,19 USD 11:11:35 EUR/USD +0,04 % 1,15620 USD 23:29:57 EUR/GBP -0,15 % 0,85670 GBP 23:29:57 EUR/CHF +0,13 % 0,93350 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,13 % 182,378 JPY 23:29:57

Enteignet wegen Microsoft-Datenzentrum: Familie erhält für Grundstück statt 25 nur zwei Euro pro Quadratmeter

Technologie

Der weltweite Boom von Künstlicher Intelligenz erfordert gigantische Rechenkapazitäten. Tech-Konzerne bauen dafür riesige Datenzentren, die häufig direkte und negative Folgen für die lokale Bevölkerung haben. Ein aktueller Fall aus der spanischen Region Aragon zeigt die teils drastischen Maßnahmen der Behörden. Dort wehrte sich Familie Garza gegen den Verkauf ihres Grundstücks an Microsoft. Im Jahr 2024 bot das Unternehmen ihnen zunächst 25 bis 30 Euro pro Quadratmeter, die Eigentümer lehnten diesen Preis allerdings als zu niedrig ab. Knapp zwei Jahre später folgte laut der spanischen Tageszeitung „El Diario“ die Zwangsenteignung. Das Gelände in der Stadt Zaragoza wechselte für lediglich zwei Euro pro Quadratmeter den Besitzer. Für Rechenzentrum enteignet: Milliardenprojekt führt zu juristischem Streit Microsoft plant Investitionen von 2,9 Milliarden Euro in drei neue Rechenzentren in Aragon, die Anlage in Zaragoza soll auf 16,5 Hektar entstehen. „Sie sprechen von einem Vorzeigeprojekt für Aragon, aber letztendlich stand ein ausländisches Unternehmen im Vordergrund“, bemängelt Ex-Eigentümerin Ana Garza die Vorgehensweise. Die Preispolitik sorgt dabei für massiven Unmut. Während der Konzern in der benachbarten Gemeinde La Muelta bis zu 57 Euro pro Quadratmeter zahlte, lag die Spanne in Zaragoza zwischen zwei und maximal fünf Euro. ANZEIGE ANZEIGE Microsoft und die Kommunalregierung verteidigen das Vorgehen: Unabhängige Experten hätten die Grundstückswerte nach rechtlichen Standards ermittelt, sämtliche Preise wären „angemessen“. Familie Garza hat dennoch Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft und dem aragonesischen Umweltinstitut INAGA eingereicht. Sie kritisieren fehlende Einbindung und ein unbeantwortetes Gegengutachten. Gesundheitliche und finanzielle Folgen für Anwohner Doch nicht nur die von Enteignung betroffenen Einwohner Zaragozas dürften mit dem Großprojekt unzufrieden sein: Die Server von Rechenzentren erfordern riesige Kühlungsanlagen und Notstromaggregate, die rund um die Uhr laufen. Das Forschungsinstitut World Resources Institute (WRI) untersuchte die Situation im US-Bundesstaat Virginia. Dort führte die ständige Lärmbelastung von bis zu 100 Dezibel bei Anwohnern zu Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Ein weiteres Problem ist der enorme Ressourcenverbrauch der Tech-Giganten. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, dass viele neue Datenzentren in ohnehin trockenen Gebieten entstehen. Allein Microsoft verbrauchte im Jahr 2023 rund 24 Milliarden Liter Wasser für die Kühlung. Bei Google waren es im selben Zeitraum mehr als 23 Milliarden Liter. Zudem treibt der hohe Energiebedarf die Lebenshaltungskosten der Bürger in die Höhe. Das Energieunternehmen Georgia Power erhöhte 2024 die Strompreise für Haushalte um zwölf Prozent. Diese Maßnahme diente primär der Aufrüstung des Stromnetzes für die neuen Rechenzentren. Anwohner zahlen somit direkt für die Infrastruktur der globalen Technologiekonzerne.

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